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Wie lange muss Oscar Pistorius in den Knast?

Oder muss er da gar nicht rein? Verteidigung und Staatsanwaltschaft ringen weiter um das Strafmaß für den Paralympics-Star.

Oscar Pistorius auf dem Weg zum Gericht (Foto: EPA / IHSAAN HAFFEJEE / dpa)

Oscar Pistorius auf dem Weg zum Gericht (Foto: EPA / IHSAAN HAFFEJEE / dpa)

Im Gerichtssaal: Oscar Pistorius (l.) quatscht mit seinem Bruder Carl (r.) (Foto: EPA / HERMAN VERWEY / POOL / dpa)

Im Gerichtssaal: Oscar Pistorius (l.) quatscht mit seinem Bruder Carl (r.) (Foto: EPA / HERMAN VERWEY / POOL / dpa)

Die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen Oscar Pistorius hat dem Paralympics-Star egoistische Motive für seine umfangreiche Wohltätigkeit vorgeworfen. Die Unterstützung gemeinnütziger Zwecke habe vor allem seiner Vermarktung als Profisportler gedient, sagte Chefankläger Gerrie Nel am Dienstag in Pretoria im Kreuzverhör mit Pistorius‘ Manager Peet Van Zyl. Verteidigung und Staatsanwaltschaft ringen weiter um das Strafmaß für Pistorius. Der 27-Jährige war am 12. September der fahrlässigen Tötung seiner Freundin Reeva Steenkamp schuldig gesprochen worden.

Der Südafrikaner hatte in der Valentinsnacht des vergangenen Jahres in seinem Haus vier Schüsse durch eine geschlossene Toilettentür gefeuert, hinter der sich seine Freundin befand. Er gab an, die Person hinter der Tür für einen Einbrecher gehalten zu haben. Am Montag war vor dem Obersten Gericht des Distrikts North Gauteng die mehrtägige Anhörung eröffnet worden, bei der es um das Strafmaß geht.

Staatsanwalt attackiert Samariter Pistorius

Die Verteidigung bemüht sich, mildernde Umstände geltend zu machen und Pistorius das Gefängnis zu ersparen. Die Staatsanwaltschaft unterbreitet hingegen Argumente für eine hohe Haftstrafe. Pistorius drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis. Der 27-Jährige könnte aber auch mit einer Bewährungsstrafe davonkommen oder gar mit Hausarrest.

Als Zeuge der Verteidigung hatte Van Zyl zuvor umfangreich dargelegt, mit wie viel Geld und persönlichem Einsatz sich der weltbekannte Behindertensportler für hilfsbedürftige Menschen eingesetzt hatte. Im Kreuzverhör räumte der Manager auf Fragen des Staatsanwalts ein, dass auch andere südafrikanische Sportler sich für das Gemeinwohl engagieren. „Die Wohltätigkeit von Pistorius ist also nichts besonderes“, erklärte der Staatsanwalt.

Die Verteidigung hatte Pistorius am Montag mit Hilfe von Aussagen seiner Psychotherapeutin als einen gebrochen Mann dargestellt, der das Trauma der versehentlichen Tötung seiner Freundin nicht zu überwinden vermag. Die Anklage wird im Lauf der Anhörung auch eigene Zeugen präsentieren, die nach Einschätzung von Strafrechtsexperten ein anderes Bild von Pistorius vermitteln werden.

Nach Anhörung beider Seiten muss Richterin Thokozile Masipa über das Strafmaß befinden. Ob sie ihre Entscheidung noch in dieser Woche bekanntgibt oder sich mehr Zeit nimmt, war am Dienstag noch unklar.

(dpa)

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