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Wie macht man barrierefreie Online-Videos?

Immer mehr Webseiten-Anbieter setzen auf Bewegtbilder. Doch kaum einer weiß, wie sie sich für alle Nutzer zugänglich umsetzen lassen. Ein neuer Leitfaden will das ändern.

Untertitel-Redakteurin während einer Live-Sendung vom „Sandmännchen“ (Foto: rbb)

Untertitel-Redakteurin während einer Live-Sendung vom „Sandmännchen“ (Foto: rbb)

„Videos sind super, aber bitte mit Untertiteln“, sagt Jana Verheyen. Nach einem Hörsturz im Alter von 20 Jahren verliert die Beraterin stetig an Hörfähigkeit. Für Verheyen ist die Untertitelung Voraussetzung, um Online-Videos uneingeschränkt nutzen zu können. Und sie ist mit ihrer Anforderung nicht allein. Viele Menschen mit Behinderung oder altersbedingten Einschränkungen benötigen barrierefreie Online-Videos. Beispielsweise Menschen, die die Computermaus nicht nutzen können: Sie brauchen Videoplayer, die mit der Tastatur erreicht und bedient werden können.

Welche Anforderungen an die Barrierefreiheit von Webangebote zu stellen sind, definiert ein internationaler Standard, die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG). Auf Basis dieser Empfehlungen wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projekts „BIK für Alle“ ein umfassender Leitfaden zur Umsetzung barrierefreier Videos entwickelt. BIK für Alle ist Teil der Projektreihe ‚BIK – barrierefrei informieren und kommunizieren‘ und wird von der DIAS GmbH, einem Hamburger Forschungsunternehmen mit dem Schwerpunkt Barrierefreiheit, durchgeführt.

„Wer barrierefreie Online-Videos umsetzt, hat alle User im Blick – mit und ohne Einschränkung, so profitieren von einer Untertitelung beispielsweise auch Menschen, die mit der Sprache des Videos nicht vertraut sind, oder mobile Nutzer, die den Ton ihres Videos ausgestellt haben,“

erläutert Simone Lerche von BIK für Alle,

Der Leitfaden zeigt, wie sich Barrierefreiheit effizient in die Praxis umsetzen lässt. Er wendet sich an alle, die an der Produktion und Bereitstellung barrierefreier Online-Videos beteiligt sind: So erfahren etwa Videoproduzenten, wie Barrierefreiheits-Anforderungen frühzeitig mitgedacht, Entwickler wie Videos barrierefrei eingebunden und Redakteure mit welchen Untertitel-Editoren gearbeitet werden kann. Auch eine Sammlung von Dienstleistern für Untertitelung und Audiodeskription steht zur Verfügung.

Hier geht es zum Leitfaden: Barrierefreie Online-Videos

(RP/PM)

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