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Wie Michael Juhnke lernte, seine Krankenkasse zu fürchten

Der Rollifahrer gehört zu den „Menschen bei Maischberger“, die am Dienstagabend über den Ärger mit dem Gesundheitssystem diskutieren.

„Menschen bei Maischberger“ mit Gastgeberin Sandra Maischberger (Foto: WDR/Volker Roloff)

„Menschen bei Maischberger“ mit Gastgeberin Sandra Maischberger (Foto: WDR/Volker Roloff)

Wie ROLLINGPLANET im August berichtete, diskriminieren Krankenkassen Behinderte, Alte und Kranke und wollen diese gerne aus ihrer Kundenkartei haben. Dies geht aus dem Tätigkeitsbericht des Bundesversicherungsamtes hervor.

„Dies verstößt gegen grundlegende Prinzipien des Sozialgesetzbuches und wird der Verantwortung der gesetzlichen Krankenkassen gerade auch bei der medizinischen Versorgung von behinderten und chronisch kranken Menschen nicht gerecht“, zitierten wir das Bundesversicherungsamt.

Versicherer ignorieren außerdem in hunderttausenden Fällen ärztliche Atteste und Verordnungen (siehe ROLLINGPLANET-Bericht: Terror-Anrufe und Ablehnungen in bis zu 40 Prozent der Fälle).

„Das wird nicht erstattet“ – Immer Ärger mit der Krankenkasse?“

Genau dies sind die Themen der heutigen Ausgabe von „Menschen bei Maischberger“ (Dienstag, 22. Oktober 2013, Das Erste, 22.45 Uhr). Zu den Gästen der Talkrunde „,Das wird nicht erstattet!‘ – Immer Ärger mit der Krankenkasse?“ gehört auch Michael Juhnke, der wegen Muskelschwunds mit Schmerzen seit zehn Jahren im Rollstuhl sitzt.

„Meine Krankenkasse hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass ich zu teuer geworden bin. Man wollte mich zu einem Wechsel bewegen“, erzählt Juhnke. Als die Versicherung den Schwerbehinderten in der Pflegestufe herabsetzen wollte, klagte Juhnke – und gewann.

Aktuell hat der Hannoveraner Probleme damit, seinen Elektro-Rollstuhl, den die Kasse zehn Jahre lang zahlte, zu behalten. Der 53-Jährige ist sich sicher: „Unterm Strich will man mich loswerden.“

Gesetzliche Krankenkassen wie Unternehmen

Dies seien Einzelfälle, wird hingegen Florian Lanz, der Pressesprecher GKV-Spitzenverband, bei Maischberger widersprechen, und verteidigt sich: „Die Krankenkassen entscheiden nach den Vorgaben der Politik.“

„Immer mehr Leistungen werden von den Krankenkassen nicht bewilligt,“ sagt Ines Verspohl, die Referentin für Gesundheit und Pflege beim Sozialverband VdK zur Sendung eingeladen ist. Für sie ist nicht nachvollziehbar, warum Gesetzliche Krankenkassen wie Unternehmen wirtschaften müssen. „Denn es bedeutet, dass sie ihre Ausgaben für teure Patienten senken. Wir fordern, dass Krankenkassen sich nach dem Interesse der Mitglieder ausrichten und nicht nach Profit.“

(PM)

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3 Kommentare

  • Monika Schwaiger

    ich habe auch gelernt, die gesetzliche Krankenkasse zu fürchten!

    22. Oktober 2013 at 11:25
  • Bernd Schreib

    Nicht fürchten – zurückschlagen mit gesetzlichen Mitteln.

    22. Oktober 2013 at 13:07
  • georg merklein

    eine an bodenlosigkeit nicht mehr zu ueberteffende frechheit, was die sich bisweilen herausnehmen…

    23. Oktober 2013 at 21:32

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