Wie Regel 144.3d Sportler mit Behinderung ausschließt

Nach Rehms Olympia-Verzicht: Deutsche Behindertensport-Funktionäre fordern Änderung.

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa/lhe)

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa/lhe)

Nach dem Olympia-Verzicht von Markus Rehm (ROLLINGPLANET berichtete: Paralympics-Sieger Rehm gibt auf – kein Doppelstart in Rio), der in den Nachrichten oft als Behinderten-Weitspringer oder Prothesen-Weitspringer bezeichnet wird, haben die führenden Funktionäre des Deutschen Behindertsportverbandes (DBS) vom Leichtathletik-Weltverband IAAF neue Regeln im Umgang mit Behindertensportlern gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung verlangten DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher und Vizepräsident Karl Quade die Abschaffung der umstrittenen Regel 144.3d.

Diese Regel besagt, dass Leichtathleten mit „mechanischer Hilfe“ von einer Teilnahme bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaft ausgeschlossen werden, sofern sie nicht nachweisen können, dass ihnen diese „mechanische Hilfe“ keinen Vorteil verschafft. Dabei haben die Funktionäre nicht nur Rehm im Blick. „Vielmehr geht es um Sportlerinnen und Sportler mit ,mechanischen Hilfen‘ auch in anderen Disziplinen und auf internationaler Ebene. Dies werden auch künftig mit großer Wahrscheinlichkeit immer nur Einzelfälle bleiben“, heißt es in der Erklärung.

Beucher und Quade begründen das damit, dass einerseits nur absolute Ausnahmeathleten in den Bereich von Sportlern ohne Handicap gelangen könnten, andererseits solche Leistungen mit einer Vielzahl der verschiedenen Behinderungen schlichtweg nicht möglich seien. Beispielsweise könne ein oberschenkelamputierter Weitspringer längst nicht die Weiten eines unterschenkelamputierten Athleten erzielen.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Mary

    Warum gibt es eigentlich keine regulären Wettkämpfe, bei denen alle gemeinsam an den Start gehen?

    7. Juli 2016 at 13:57

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