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Wie schafft es Inklusion in die Massenmedien?

Deutschlands Massenmedien berichten nur wenig über Themen wie Behinderung und Inklusion, findet ROLLINGPLANET-Nutzer Lars Lippenmeier. Ein Beispiel zeigt, dass es auch anders geht. Ein Kommentar.

Demo für Inklusion

An der Demo in Frankfurt am 22. März 2012 nahmen 2.000 Befürworter der Inklusion teil (Foto: Alexandra Cremer, Netzwerk Inklusion Frankfurt)

Lars Lippenmeier (23) ist Business Journalist B.A. und Projektmanager für Inklusion.

Donnerstag vergangener Woche, 17:30 Uhr, der Radiosender HR3 des Hessischen Rundfunks berichtet in den Nachrichten über eine Protestaktion: Schüler – behinderte und nicht behinderte –, Eltern und Lehrer hatten am Nachmittag in Frankfurt für ein anderes Bildungssystem demonstriert. Sie forderten eine Schule für Alle, in der künftig alle Schüler, mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden.

Es wurde außerdem erwähnt, dass eine UN-Konvention Inklusion in der Schule vorgibt. Diese wichtige Einordnung und die Information, dass sich Inklusion nicht nur auf den Bildungssektor bezieht, fehlen häufig in der Berichterstattung. Das Beispiel zeigt, dass Massenmedien doch manchmal über Inklusion berichten.

Aber welche Kriterien gibt es? Wann schafft es ein Thema in die Massenmedien? Klar ist: Ein Thema muss fast immer aktuell sein und einen Bezug zum Leser, Zuhörer oder Zuschauer haben. Großveranstaltungen wie Demonstrationen haben von daher gute Chancen auf ein Medienecho, so dass darüber, wie in dem Radiobeitrag, ein vermeintliches Randthema vermittelt werden kann.

Themen wie Inklusion haben ein Image-Problem, weil der Bezug zum Durchschnittsleser nicht immer offensichtlich ist. Akteure im Bereich Inklusion müssen daher wissen, wie Medien funktionieren und wann ein Thema berichtenswert ist.

Sie sollten erklären, dass Inklusion ein Menschenrecht und kein Randthema ist. Ihre Aufgabe ist es, Gründe für Berichte in den Massenmedien zu schaffen. Akteure und Massenmedien müssen dafür stärker zusammenarbeiten. Nur so gelingt Bewusstseinsbildung für Inklusion und letztlich auch die Umsetzung der Konvention.

In diesem Sinne, danke, lieber Hessischer Rundfunk. Weiter so!

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