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Wie sich Weltmeister Holger Nikelis & Co. auf London vorbereiten

Das Tischtennis-Nationalteam traf sich in Lobbach bei Heidelberg zu einem Lehrgang. Mit dabei war ein ein früherer Curling-Behindertensportler, der die Disziplin gewechselt hat. Norbert Freund berichtet.


Noch ein halbes Jahr, dann ist es so weit: Die Paralympics in London (29. August bis 9. September) beginnen. Um sich auf dieses Mega-Ereignis im Leben eines jeden Behindertensportlers vorzubereiten, traf sich das Tischtennis-Nationalteam des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) vom 24. bis 26. Februar in Lobbach bei Heidelberg.

Unter den 14 geladenen Sportlern waren Weltmeister Holger Nikelis, die Vizeweltmeister Werner Burkhardt, Selcuk Cetin, Dietmar Kober und Thomas Schmidberger sowie die Europameister Thomas Brüchle, Jan Gürtler, Thomasz Kusiak und Vize-Europameisterin Juliane Wolf.

Neue Sporthalle der Manfred-Sauer-Stiftung überzeugt

Anfang Dezember hatte Bundestrainer Wieland Speer schon einmal in der Lobbacher Ludwig-Guttmann-Sporthalle der Manfred-Sauer-Stiftung einen Lehrgang abgehalten. Vor allem die Rollstuhlfahrer waren hinterher angetan von dem barrierefreien Umfeld. Man verabredete daher, künftig öfter hierher zu kommen. Auch der stellvertretende Aktivensprecher Holger Nikelis, der beim ersten Mal noch nicht dabei war, sprach davon, dass Lobbach „ein guter Ort“ für Lehrgänge sei.

Vier Co-Trainer und zwei Physiotherapeuten sorgten diesmal wieder für optimale Trainingsbedingungen. Die Lehrgangseinheiten gliederten sich in Technik-, Taktik- und Balleimertraining sowie Auf- und Rückschlag. Anders als beim letzten Lehrgang standen diesmal auch Einzelgespräche mit den Spielern auf dem Programm. Die Trainer nahmen auch wieder an einer Fortbildungsmaßnahme teil.

Ein neuer Partner für Nikelis?

Zum ersten Mal war diesmal Marcus Sieger aus Württemberg dabei, ein früherer Curling-Behindertensportler (3. Platz bei der WM 2009), der wie Weltmeister Nikelis in der Wettkampfklasse 1 spielt, der Klasse für die am schwersten behinderten Rollstuhlfahrer. Speer äußerte die Hoffnung, dass Sieger künftig vielleicht Teampartner von Nikelis werden könnte.

14-jährige Sandra Mikolaschek rutscht ins Team

Jüngste Teilnehmerin des Lehrgangs war die 14-jährige Sandra Mikolaschek aus Sachsen-Anhalt, die bei den diesjährigen Paralympics in London im Jugendcamp der DBSJ dabei sein wird. Dass sie dennoch in Lobbach dabei war, hat gute Gründe: Sie hatte im Oktober bei der Europameisterschaft in Split überraschend das Viertelfinale erreicht und wurde danach in den C-Kader des DBS aufgenommen. Mikolaschek hat die Einladung zum Lehrgang trotz des weiten Anfahrtsweges gerne angenommen. Schließlich hat sie bei sich daheim nach eigenen Worten nicht die Möglichkeit, gegen so spielstarke Rollstuhlfahrer zu trainieren wie in Lobbach.

Tipps von prominenten Gästen

Gäste des Lehrgangs waren der Erfinder des „Returnboards“, Michael Pollak, sowie der aus Syrien stammende Tischtennis-Trainer Munir Jassem. Sie demonstrierten den Nationalspielern, wie man an dem Ballwechsel-Trainingsgerät auch ohne einen Spielpartner trainieren und sich technisch fortentwickeln kann.

Speer zeigte sich am Ende zufrieden mit dem Leistungsstand der Sportler und dem Verlauf des Lehrgangs. Weitere Stationen auf dem Weg zu den Paralympics werden unter anderem die Weltranglistenturniere in Lignano vom 20. bis 25. März sowie in Lasko vom 8. bis 13. Mai sein, bei denen das Nationalteam wieder antreten wird. Dazu kommen noch weitere internationale und nationale Einsätze von einzelnen Spielern sowie weitere vier Lehrgänge bis London. Dort sollen dann zahlreiche Medaillen in allen Farben gewonnen werden. In Peking vor vier Jahren waren es einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze.

Fotos: Wieland Speer (Tischtennis-Bundestrainer)

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