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Wie Training Senioren gegen ungewollten Harnverlust hilft

Fortschritte sind bei den richtigen Übungen schnell spürbar.

Sie müssen ganz dringend Pipi? Hier steht, wie Sie den Toilettenbesuch rauszögern können (Foto: RainerSturm/pixelio.de)

Sie müssen ganz dringend Pipi? Hier steht, wie Sie den Toilettenbesuch rauszögern können (Foto: RainerSturm/pixelio.de)

Mit ungewolltem Harnverlust müssen sich Senioren nicht abfinden. Viele sehen ihn als Folge des Älterwerdens an. Doch mit dem richtigen Training erzielen sie schnell Erfolge. „Zuerst einmal ist aber wichtig, beim Arzt abzuklären, ob keine organischen Ursachen dahinter stecken“, rät Heiko Rutenkröger vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA).

Unter Umständen ist ein Tumor an der Blase schuld daran, wenn Ältere den Urin nicht halten können. In vielen Fällen sind die Schließ- und Beckenbodenmuskeln aber einfach nicht mehr stark genug.

Die Blase lässt sich trainieren

Die Blase ist ein Muskel, der trainiert werden kann: Denn aus Angst, nicht rechtzeitig auf die Toilette zu kommen, trinken viele Ältere nur sehr wenig. Das ist aber kontraproduktiv, denn so fasst die Blase immer weniger Flüssigkeit, und der Harndrang nimmt zu.

Gut ist es, täglich 1,5 bis 2 Liter zu trinken. „Senioren sollten selbst beobachten, wie schnell sie nach dem Trinken auf Toilette müssen“, empfiehlt Rutenkröger. Das gebe ihnen die Chance, sich darauf einzustellen.

Wer weiß, dass er nach zwei Tassen Kaffee am Morgen sofort Harndrang verspürt, um 9.00 Uhr aber einen Arzttermin hat, trinkt zum Beispiel einfach eine Tasse weniger. Dasselbe gilt für lange Zugfahrten. An solchen Tagen sei es besser, erst später am Tag wieder mehr zu trinken.

Zeitliche Abstände schrittweise ausdehnen

Wer merkt, dass er sehr häufig zur Toilette muss, sollte die Zeit dazwischen schrittweise ausdehnen. Ziel ist es, mindestens zwei Stunden den Harn zu halten. „Es ist wichtig, nicht gleich beim ersten Drang zu gehen“, sagt Rutenkröger. Denn dadurch lässt sich das Fassungsvermögen der Blase vergrößern.

Am besten üben Ältere es naheliegenderweise in Situationen, in denen eine Toilette in der Nähe ist: „Sie sollten es aber auch nicht mit aller Gewalt versuchen.“ Für den Anfang sei es gut, vielleicht fünf oder zehn Minuten länger durchzuhalten als üblich. Fortschritte seien schnell spürbar.

(dpa/tmn)


Gesundheit & Medizin
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