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Wie ungerecht: Pessimisten leben länger als Optimisten

Was für eine blöde Nachricht an diesem Sonntag: Positives Denken zahlt sich auch in Lebensjahren aus, waren wir überzeugt. Eine Langzeitstudie will nun das Gegenteil belegt haben.

Jetzt erkennen auch wir von ROLLINGPLANET endlch: Dieses Glas ist leer. (Foto: Günther Gumhold/pixelio.de)

Jetzt erkennen auch wir von ROLLINGPLANET endlch: Dieses Glas ist leer. (Foto: Günther Gumhold/pixelio.de)

ROLLINGPLANET kann jetzt seinen ganzen Lebensentwurf wegwerfen.

Denn zu positives Denken im Alter kann einer Studie zufolge auch schaden. Ältere Menschen, die ihre Zukunft negativer sehen, leben demnach gesünder und länger als solche, die glauben, in Zukunft sehr zufrieden zu sein. Das zeigt eine Langzeitstudie von Forschern der Universität Erlangen-Nürnberg gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Berlin und Zürich.

„Möglicherweise ermuntern pessimistische Zukunftserwartungen die Senioren dazu, noch besser auf die eigene Gesundheit zu achten und sich vor Gefahren zu schützen“, teilte Frieder Lang, Leiter des Instituts für Psychogerontologie an der Universität, am Donnerstag mit. Die Arbeit widerspricht damit früheren Studien, nach denen Optimisten länger leben.

10.000 Menschen befragt

Die Forscher analysierten für die Studie Daten, die zwischen 1993 und 2003 immer bei den selben Menschen erhoben wurden. Die mehr als 10.000 Befragten mussten jedes Jahr angeben, wie zufrieden sie aktuell mit ihrem Leben waren und wie zufrieden sie in fünf Jahren zu sein glaubten.

Später prüften die Wissenschaftler, ob die erwartete Zufriedenheit mit der aktuell angegebenen übereinstimmte – bei jedem Befragten sechsmal. Auffallend war für die Forscher: Schätzten die Teilnehmer ihre künftige Zufriedenheit überdurchschnittlich hoch ein, erhöhte sich das Risiko im Studienzeitraum zu erkranken oder zu sterben um etwa zehn Prozent.

Je älter, desto pessimistischer

Die Forscher hatten die Befragten in drei Altersgruppen unterteilt: 18- bis 39-Jährige, 40- bis 64-Jährige und über 65-Jährige. Je älter die Befragten waren, umso pessimistischer sahen sie die Zukunft. Junge Erwachsene zeichneten meist ein unrealistisch rosiges Bild von ihrer Zukunft. Menschen im mittleren Erwachsenenalter waren weitgehend realistisch.

„Überrascht hat uns, dass die Befragten umso pessimistischer in die Zukunft sahen, je stabiler ihre Gesundheit und je höher ihr Einkommen war“, sagte Frieder Lang. Möglicherweise sei dies ein Indikator dafür, dass diese Teilnehmer sensibler waren für die Begrenztheit ihres Lebens und eher darauf achteten, ihren guten Status zu erhalten als auf künftige Besserung zu hoffen.

Die Forschungsergebnisse wurden online in der Zeitschrift „Psychology and Aging“ veröffentlicht.

Aber, aber…

Immerhin, eins kann man ROLLINGPLANET in diesen harten, kalten Zeiten nicht nehmen: Optimisten haben weniger Schnupfen. Außerdem haben wir einen Befehl für Sie:

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Lothar Epe

    der eine oder andere Optimist mag sich vielleicht damit trösten, dass er vielleicht kürzer, aber dafür glücklicher lebt.

    3. März 2013 at 12:58

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