Wie viel Schmerzensgeld muss ein Mann bezahlen, der seine Partnerin mit HIV infiziert?

Das Paar hatte sich im Jahr 2012 kennengelernt und dreimal miteinander ungeschützt Sex. Jetzt urteilte das Münchner Landgericht.

Passend zu dieser Nachricht zeigt ROLLINGPLANET ein Motiv aus der neuen Kampagne „Liebesleben“ zum Schutz vor HIV und Co. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ersetzt damit den alten Slogan „Gib Aids keine Chance“. Der vorliegende Fall ist allerdings weitaus weniger lustig als der Cartoon. (Foto: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

Passend zu dieser Nachricht zeigt ROLLINGPLANET ein Motiv aus der neuen Kampagne „Liebesleben“ zum Schutz vor HIV und Co. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ersetzt damit den alten Slogan „Gib Aids keine Chance“ Der vorliegende Fall ist allerdings weitaus weniger lustig als der Cartoon. (Foto: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung).

Für die Infizierung mit HIV muss ein Mann seiner früheren Partnerin 115.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Ein Münchner Justizsprecher bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte. Die Zivilkammer des Münchner Landgerichts sprach der infizierten Frau ferner Ersatz aller Folgeschäden zu (Az: 23 O 14459/14).

Dem Urteil zufolge hatte sich das Paar im Jahr 2012 kennengelernt und dreimal miteinander ungeschützt Sex, wobei die an einer Kondom-Allergie leidende Frau auf einem vorherigen AIDS-Test bestand. Bei Vorlage eines Untersuchungsberichts seines Urologen habe der Mann verschwiegen, dass er sich auf HIV nicht hatte testen lassen. Die Klägerin litt in der Folge an Durchfall und Erbrechen, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit. Sie hatte sich infiziert.

Mann bestreitet Verantwortung

In dem Prozess bestritt der Mann seine Verantwortlichkeit. Er habe von seiner eigenen Infektion damals nichts gewusst und die Frau nicht angelogen. Das Gericht ging jedoch von den Angaben der Klägerin und dem Ergebnis eines Experten-Gutachtens aus. Dem Sachverständigen zufolge hat „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ der beklagte Mann seine damalige Partnerin infiziert.

Dass dieser vorsätzlich gehandelt hat, ließ sich laut Urteil aber nicht beweisen. Er habe jedoch seine Sorgfaltspflichten „schuldhaft verletzt“, als er die Existenz eines negativen HIV-Tests vorgegeben habe und sie damit zum ungeschützten Sex verleitete.

(dpa/lby)

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3 Kommentare

  • Daniel Horneber

    ich finde das Urteil richtig

    4. Mai 2016 at 21:09
  • Wessi

    ich finde das Urteil zu Niedrich.

    Denn so was ist Mord auf Raten.

    5. Mai 2016 at 16:23
  • dasuxullebt

    Das Urteil mag richtig sein. Beziehungsweise es ist ein komplizierterer Fall, weil der Mann nichts von seiner Infektion wusste. Einer dieser Fälle wo ich froh bin es nicht entschieden haben zu müssen.

    Nur irgendwie habe ich das gefühl, wenn die Rollen von Mann und Frau vertauscht gewesen wären, wäre es anders ausgefallen. Ich kann mich da an Diskussionen über Nadja Benaissa erinnern, in der es darum ging, dass doch „auch der Mann eine Sorgfaltspflicht habe“. Die wurde zu 2 Jahren auf Bewährung verurteilt und 300 Arbeitsstunden. Und zumindest in der Presse eher bemitleidet, hatte ich das Gefühl.

    7. Mai 2016 at 13:49

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