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Wieso hat Stuttgart denn keinen Stadtführer für Behinderte?

Die Schwaben sparen an der falschen Stelle. Auch an Leitsystemen für blinde Menschen fehlt es.

Stuttgarter Rathaus

Stuttgarter Rathaus

Das nennt man wohl brunzdumm: Stuttgart – mit 610.000 Einwohnern Deutschlands sechstgrößter Ort – hat immer noch keinen Stadtführer für Menschen mit Behinderung. „Für eine Landeshauptstadt ist das eine Ungeheuerlichkeit“, sagt Friedrich Müller, erster Vorsitzender des Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in Stuttgart (ZsL).

In der täglichen Arbeit des Vereins sei der nicht vorhandene Stadtführer ein großes Thema. „Häufig können wir Anfragen von Betroffenen nur unzureichend beantworten, weil es keine verlässlichen Angaben gibt. Es gibt beispielsweise kein Verzeichnis darüber, welche Arztpraxen in der Stadt Stuttgart für behinderte Menschen barrierefrei erreichbar sind“, erklärt Stephanie Aeffner. Die Diplom-Sozialarbeiterin ist Rollstuhlfahrerin und hauptamtlich im Beratungszentrum angestellt.

Auch kein Leitsystem für blinde Menschen

Auch fehle es an einem Leitsystem. „Für Menschen mit Behinderungen ist es in Stuttgart nicht erkenntlich, wie man sich barrierefrei durch die Stadt bewegen kann“, so Müller. Es gebe keine Wegweiser zu barrierefreien öffentlichen Toiletten, zu barrierefreien Straßenübergängen oder Zugängen zu Bahnhöfen und Haltestellen des ÖPNV. Ebenso werden Blindenleitsysteme an gut frequentierten Orten und Hinweise, wo es welche gibt, vermisst.

Das ZsL hat deshalb über den sogenannten Bürgerhaushalt der Stadt Stuttgart einen Antrag eingereicht, um diese Missstände zu ändern. Abgestimmt wird darüber seit gestern auf www.buergerhaushalt-stuttgart.de. Die Vorschläge des Zentrums selbstbestimmt Leben haben die Nummern 4804 und 4805.

(RP/PM, Foto: Wikipedia/Joachim Köhler. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.)

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2 Kommentare

  • Jan Kampmann

    Fragt mal in baden-baden..

    19. März 2013 at 21:17
  • Norbert Voigt

    In jede Stadt muss einen Stadtführer geben

    20. März 2013 at 02:07

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