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Willkommen im Club: Mumie, Prinz Harry, Mubarak, Wöhrl, Kaya

ROLLINGPLANET, das weltweit führende Klatschmagazin für Menschen mit echter und falscher Behinderung, stellt fünf neue Mitglieder vor.

1. Ata: Die unheimliche Mumie

Atacama Humanoid / Sirius Documentary
Atacama Humanoid / Sirius Documentary
Schade, offensichtlich ist Ata doch keine Außerirdische gewesen, sondern „nur“ eine von uns, die allerdings erst posthum zu ihren Ehren kommt: UFO-Anhänger waren bisher überzeugt (und werden es wohl trotz neuester Erkenntnisse für immer bleiben), dass es sich bei der 2003 in der chilenischen Atacama-Wüste gefundenen, nur 13 Zentimeter großen Mumie um einen Gast aus dem Weltraum handelt.

Wissenschaftler haben nach eingehender Untersuchung der Leiche ein ernüchternde Theorie: Bei Ata handelt sich um einen Fötus in etwa der 24. Schwangerschaftswoche, der das sogenannte Wiedemann-Rautenstrauch-Syndrom hatte (weltweit sind, je nach Quelle, nur zwischen 25 bis 60 Fälle bekannt). (Fotos: Stanford University Research)

2. Prinz Harry: Der vorübergehende Invalide

PrinzHarry
Prinz Harry Soldaten
Der 28-Jährige Kronprinz macht sich als Behinderter echt gut: Er hechtet nach dem Ball, krabbelt und schlägt Purzelbäume. Die Partie Sitzvolleyball mit britischen Soldaten während seiner USA-Reise war Teil der „Warrior Games“ in Colorado – Harry eröffnete das Sportfest für Veteranen mit Behinderung (Fotos: dpa).

3. Husni Mubarak: Der unsympathische Rolli

Eigentlich ist er schon seit längerer Zeit Mitglied in unserem Club, zur Zeit aber wieder im Rampenlicht, weil er am Samstag unter lautstarken Tumulten mit seinem Rolli in den Anklagekäfig gefahren wurde: Ägyptens Ex-Präsident Husni Mubarak (85) leugnete zum Auftakt des erneuten Prozesses gegen ihn die Schuld am Tod von 800 Demonstranten während des Arabischen Frühlings.

Bei der ersten Gerichtsverhandlung im vergangenen Jahr war er wegen dieser Vorwürfe bereits zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Urteil wurde jedoch wegen Verfahrensmängeln wieder aufgehoben. Der nächste Termin ist der 8. Juni, dann darf Mubarak wieder in den Käfig rollen.

4. Dagmar Wöhrl: Die falsche Rollstuhlfahrerin

Die falsche Rollstuhlfahrerin der Woche haben wir schon in einem ausführlichen Bericht vorgestellt: Die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl (CSU) schwänzte eine Abstimmung im Parlament und begründete dies damit, dass sie sich aufgrund einer Verletzung nur im Rollstuhl und mit Gehkrücken fortbewegen könne. Statt nach Berlin reiste Wöhrl ziemlich quicklebendig nach Sri Lanka, wo sie Urlaub machte.

5. Kaya: Die Dreibeinige

Weil die dreibeinige Kaya (4), ein großer weißer flauschiger Hund, im Gegensatz zu den Tieren ihrer Kollegen nicht mit ins Büro durfte, klagte Besitzerin Claudia van de Wauw (irgendwie auch ein passender Name) vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf.

Wauw kämpft nun also für Wau und sich selbst: Der Arbeitgeber, ein Werbeagentur-Chef, behauptet laut WAZ, dass Kaya aggressiv ist und stinkt. Die Hündin stammt aus Russland, lebte dort als Straßenhund und verlor ihr linkes Vorderbein. Nach Deutschland kam sie 2009 mit etwa sieben Monaten über eine Tierschutzorganisation. Was beim Arbeitgeber den Verdacht nährt, dass Kaya eine psychische Macke hat. Vor Gericht allerdings gab sich Kaya völlig brav. Weil beide Seiten ihre Zeugen und Argumente nicht rechtzeitig einreichten, wurde der Prozess auf den 12. Juni vertagt.

(RP)

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