""

„Wir lieben die Herausforderung“: Parasport-Weltcup Bob & Skeleton feiert Premiere

24 Starter mit Handicaps stellen sich der Herausforderung auf einer der anspruchsvollsten Kunsteisbahnen der Welt. Von Ronny Knoll

Ein Athlet wartet auf die Startfreigabe. (Foto: WSV Oberhof 05)

Ein Athlet wartet auf die Startfreigabe. (Foto: WSV Oberhof 05)

2022 wird die rasante Sportart im chinesischen Peking erstmals ins paralympische Programm aufgenommen. Bevor es soweit ist, stehen für den vor drei Jahren gegründeten Verband noch zahlreiche Fahrten auf den Bahnen dieser Welt an – angefangen mit der bevorstehenden Deutschland-Premiere in Oberhof.

„Wir lieben die Herausforderung“, sprudelt es aus John Rosen, Vorsitzender des internationalen Parasport-Komitees (IBSF), mit Blick auf den 1354,5 Meter langen Oberhofer Eiskanal nur so heraus. Der sympathische US-Amerikaner ist zum ersten Mal in der Thüringer Wintersporthochburg – genau wie 24 Sportlerinnen und Sportler aus 13 Nationen, die ab Freitagnachmittag für die Premiere des 1. Parasport-Weltcups Bob & Skeleton sorgen werden.

Sowohl beim Monobob, als auch beim Skeleton wird dabei aus Fairnessgründen auf identische Geräte gesetzt. Lediglich die Sitzposition wird je nach Handicap (körperlicher Einschränkung) individuell angepasst. Die Geräte werden allesamt vom Weltverband IBSF gestellt und gewartet. Während der Bob-Start via „Katapult“ – einem einheitlichen Impuls, der das Gerät in die Bahn schiebt – ausgelöst wird, ist beim Skeleton-Start das Abstoßen mit einem Bein gestattet. „Es gibt natürlich Unterschiede in Bezug auf die Behinderung der Sportler, diese wirken sich jedoch nicht auf den Start aus. Einzig und allein die fahrerische Leistung ist entscheidend und somit wie gewohnt die schnellste Zeit“, sagt Rosen.

Erstaunen bei Organisatoren und Helfern

Die Teilnehmerflaggen. (Foto: WSV Oberhof 05)

Die Teilnehmerflaggen. (Foto: WSV Oberhof 05)

Wie soll und kann eine der schwierigsten Bahnen der Welt überhaupt in binnen weniger Trainingstage erfolgreich bezwungen werden? John Rosen: „Im Gegensatz zum bekannten Weltcup haben Parasportler zwölf statt sechs Trainingsläufe. Dabei tasten wir uns von der niedrigsten Starthöhe bis oben vor. Erst wer zwei Läufe vom Herrenstart sturzfrei absolviert, qualifiziert sich auch für den Weltcup. Wir haben ein routiniertes Team, das sich fast rund um die Uhr um unsere Sportler kümmert. Und durch die tolle Zusammenarbeit mit den Trainern hier vor Ort, können wir in Oberhof auf jede Menge Erfahrung bauen.“

Erstaunt über den Mut der Parasportler zeigen sich indes die Oberhofer Organisatoren und Weltcup-Helfer. „Da gehört schon einiges dazu“, sagt beispielhaft Roland Wetzig, Viererbob-Olympiasieger von 1984 und ergänzt: „Es ist erstaunlich, dass bis auf einen Sturz bisher alle die neue Strecke absolvieren konnten. Von Vorteil ist allerdings, dass die Monobobs sehr stabil und sicher konstruiert sind und auch mal einen größeren Fahrfehler verzeihen.“

(RP/PM)

Diesen Artikel teilen:
ROLLINGPLANET

ROLLINGPLANET

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

KOMMENTAR SCHREIBEN