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Wir sind dabei: Staat soll Sex-Gutscheine für Menschen mit Behinderung verteilen

Eine Anregung von Eric Weber aus der Schweiz für unsere Bundeskanzlerin? Angie, mach mal!

Schweizer Rechtspopulist Eric Weber (Foto: iwdn)

Schweizer Rechtspopulist Eric Weber (Foto: iwdn)

Der in unserem Nachbarland als Querulant bekannte Eric Weber verlangt, dass die Schweiz Liebesdienste von Prostituierten für Behinderte fördern und Gutscheine für kostenlosen Sex verteilen soll. Solch einen Vorschlag hat hierzulande nicht mal Ilja Seifert (Die Linke) gewagt.

Weber ist Basler Grossrat (Abgeordneter) und wäre uns nun richtig sympathisch, wäre er nicht im Kantonsparlament für die rechte Partei mit dem unmissverständlichen Namen „Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten“.

Bei seinem Vorstoß soll es nicht nur um den auch bei uns oft diskutierten Streicheldienst von sogenannten Berührerinnen gehen. Endlich kommt jemand zur Sache: „Falls es körperlich noch möglich ist, wollen die Behinderten auch einen Höhepunkt (richtigen Sex) erleben“, so Weber in einer Mitteilung.

Unser neuer ROLLINGPLANET-Held wird der Rechtspopulist jetzt zwar nicht, aber vielleicht wäre sein Vorschlag ja eine Anregung für Angie, die derzeit, rechtzeitig zur Bundestagswahl im Herbst, Milliardengeschenke verteilt. Wenn sie deshalb alle Menschen mit Behinderung wählten, hätte sie schon mal rund zehn Prozent aller Stimmen sicher, empfehlen die Spin-Doctors von ROLLINGPLANET.

Sehnsucht nach Liebe und Sex

Daniel Stricker schreibt dazu auf „20 Minuten“: Ich habe eine körperliche Behinderung. Kann nicht gut laufen, motorisch bringt es keine Therapie. Muss Medis schlucken wenn sie stärker werden. Wenn ich mir etwas wünschen könnte dann, das ich gesund wäre. Mir fehlt Liebe, Zuneigung, Körperlicher Kontakt so sehr. Ihr glaubt gar nicht wie das ist, gefangen mit seiner Behinderung zu sein. Heule manchmal wenn ich Verliebte sehe, ich mich nach Liebe sehne und alleine bin. Meine Behinderung wird nie mehr weg sein. Daher ist die Idee nicht mal schlecht. Auch Behinderte dürfen das Recht haben auf Liebe, Zuneigung und auch Geschlechtsverkehr. Wünsche euch einen schönen sonnigen Tag.

Das Institut zur Selbst-Bestimmung Behinderter ISSB in Zürich bietet seit diesem Frühling eine Ausbildung für Sexualbegleitung an.

(RP)

Liebe & Sex
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5 Kommentare

  • Ulrich Ahrendt

    ihr zitiert Rechtspopulisten wenns ums ficken geht? Ich muss schmunzeln…Die Welt ist interessant :-)…

    7. Juni 2013 at 12:22
  • Willi Schroeder

    Warum sollte der Staat Nutten finanzieren ??? Wenn Menschen mit Behinderungen „normal“ (was immer das bedeuten soll) behandelt werden wollen, sollen sie sich auch so verhalten. Wenn ein Mensch mit Behinderung keinen Partner hat, er / sie aber trotzdem ein Bedürfnis befriedigen will, sollte er / sie genauso dafür bezahlen wie ein Mensch ohne Behinderung. Mir zahlt auch keiner eine Professionelle.

    7. Juni 2013 at 12:54
  • Jennifer Wittig

    Das ist echt eine fiese Idee, auch gegenüber von Menschen mit Behinderung ! Als wäen diese nicht auch fähig eine Beziehung zu führen !!!! Also ehrlich, ich bin enttäuscht von euch!!!

    7. Juni 2013 at 14:16
  • Rollingplanet

    Hallo Jennifer, Du hast absolut recht – Berichte dieser Art könnten den Eindruck erwecken, als ob Menschen mit Behinderung nicht fähig seien, eine Beziehung zu führen. Wir haben das auf ROLLINGPLANET schon so oft betont, dass wir das bei diesem Artikel, den wir, wie wir meinten, auch mit einem Schuss Ironie geschrieben haben, versäumt haben zu wiederholen. Ungeachtet dessen haben wir von der Redaktion gelernt, dass es durchaus auch Fälle gibt, in denen es Betroffene eben doch nicht ganz so einfach haben – das darf man auch nicht vergessen.

    7. Juni 2013 at 15:10
  • Joe

    Ich kann nicht beurteilen wie schwer es sein kann als Mensch ohne Behinderung seine Problemchen und Macken ins rechte Licht zu rücken, so das es beim anderen Geschlecht funktioniert. Bei mir war das früher ganz leicht….
    Ich war jung, durchtrainiert, also ganz manierlich. Jetzt habe ich eine Körperbehinderung, sitze im Rollstuhl und habe eine halbseitige Gesichtslähmung…. Ich habe lange gebraucht um mich selbst zu akzeptieren, aber genau das ist es was man als behinderter Mensch braucht, leben&ausstrahlen muss – nennen wir es scheiss egal ich lebe und hab spass dabei gen 🙂 Dann klappts auch mit Dates, und wenn man sich dann noch traut klappts auch mit ner Freundin!

    Behinderte Menschen sollten keinen Paysex GS erhalten, ich wäre eher für Anleitung, Motivations und Selbstvertrauensseminare (aber extra auf Behinderte Menschen abgestimmt).
    Mit Paysex wäre das Problem nur aufgeschoben^^

    Natürlich kann man das ganze auch als Männer Witz sehen, die meisten Männer hätten nichts gegen schnellen „einfachen“ Sex. Richtigen Partnerinnenn muss man immer viel zu viel erklären 🙂

    Und naja also geil wär das schon 😉

    2. Juli 2013 at 04:06

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