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Wird Deutschland künftig das Paradies der Gesunden?

Weniger Stress am Arbeitsplatz, bessere Ernährung, mehr Bewegung: Die Koalition will einen „Quantensprung bei der Gesundheitsvorsorge“ und die Weichen für ein gesünderes Leben stellen – auch mit unkonventionellen Vorstößen.

Die Union will, dass sich die Deutschen mehr bewegen und gesünder ernähren – Krankenkassen sollen entsprechende Präventionskonzepte mehr unterstützen (Foto: Thomas Jüling/pixelio.de)

Die Union im Bundestag will, dass die Deutschen mehr für ihre Gesundheit tun und vorbeugen. CDU/CSU schlagen außerdem neue Wege vor, etwa günstige Spezialtarife der Krankenkassen. Damit würde der heutige Einheitssatz von 15,5 Prozent aufgeweicht. Im Gegenzug für günstigere Konditionen sollten Versicherte bei Gesundheitsangeboten mitmachen.

Es soll ein wenig wie beim Powershopping-Prinzip funktionieren: Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzelner Unternehmen sowie Kassen könnten sich für die Gruppentarife zusammentun. Dies erklärte Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) anlässlich eines Präventionskongresses der Unionsfraktion heute in Berlin. Bescheiden blieb er nicht: „Wir wollen einen Quantensprung“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

ROLLINGPLANET empfiehlt zwecks Glaubwürdigkeit, künftig auf solche Auftritte zu verzichten: Singhammer als McDonald’s-Koch

Wie es sich heutzutage gehört, soll nicht nur der Mensch an sich profitieren, sondern – im wahrsten Sinne des Wortes – die Ökonomie. „Damit hoffen wir auch, die sehr intensiv diskutierte Frage des Burnout angehen zu können“, sagte Singhammer. Die Kassen melden jedes Jahr höhere Krankenstände bei psychischen Leiden, die nicht zuletzt vom Stress am Arbeitsplatz herrühren. Von gesünderen Mitarbeitern profitierten auch Firmen und Kassen.

Plädoyer für Gruppentarif

Singhammer betonte, in einen Gruppentarif in einem Unternehmen müsse die beteiligte Kasse alle Mitarbeiter, die das wollen, aufnehmen. „Das gibt starken Schwung für die Prävention“, wirbt er für Vorbeugung statt Heilung.

Der Vorstoß ist Teil eines Präventionskonzeptes, mit dem die Union vorprescht. So ganz neu ist die Idee allerdings nicht. Gesundheitsminister Daniel Bahr hatte bereits – wie sein Vorgänger Philipp Rösler (beide FDP) – eine Präventionsstrategie angekündigt. Ein neues Gesetz für mehr Gesundheitsvorsorge, wie dies die damalige Ressortchefin Ulla Schmidt (SPD) 2002 angekündigt hatte, soll es hingegen nicht geben.

„Wenn wir nicht nachhaltig Prävention umsetzen, wird das Gesundheitswesen, wie wir es heute in Deutschland kennen, in den nächsten zehn, 15 Jahren keinen Bestand mehr haben“, sagte Singhammer.

Laut Unionskonzept soll der Bundestag konkrete Präventionsziele beschließen – etwa für die Senkung psychischer Erkrankungen am Arbeitsplatz oder Diabetes infolge ungesunden Lebensstils um je 20 Prozent bis 2020. Verantwortlich sein soll ein neu zu gründender Nationaler Rat für Prävention verschiedener Träger. Die Krankenkassen sollen verpflichtet werden, höhere Ausgaben für Investitionen in dem Bereich vorzusehen.

(dpa)

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