Wird jetzt alles besser? Deutsche Bahn stellt ihr „3. Programm zur Barrierefreiheit“ vor

„Aufzugswächter“ und Nachrichten für blinde und gehörlose Menschen kommen auf das Smartphone: Neue Bahn-App soll Reisende mit Behinderung unterstützen.

Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, stellte heute in Berlin das  „3. Programm zur Barrierefreiheit“ vor. (Foto: Monika Skolimowska/dpa)

Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, stellte heute in Berlin das „3. Programm zur Barrierefreiheit“ vor. (Foto: Monika Skolimowska/dpa)

Mit einer neuen App will die Deutsche Bahn das Reisen für Fahrgäste mit Behinderungen verbessern. Ab Herbst kommenden Jahres sollen Kunden über ihr Smartphone benachrichtigt werden, wenn etwa Aufzüge nicht funktionieren, auf die sie angewiesen sind. ROLLINGPLANET ist total begeistert. Wäre aber noch viel begeisterter, wenn die kaputten Aufzüge zügiger (!) als bisher repariert würden statt oft wochen-oder sogar monatelang wegen fehlender Ersatzteile außer Dienst sind.

Reisende mit Hör- und Sehbehinderungen, die Lautsprecheransagen nicht verstehen oder Anzeigentafeln nicht lesen können, sollen diese Informationen per Sprach- oder Textnachricht auf ihr Handy bekommen. Bis Ende dieses Jahres werden 1000 Menschen mit Behinderung für die Bahn die App testen, Verbesserungsvorschläge sollen dann einfließen, ehe die Anwendung in einem Jahr veröffentlicht wird.

Mehrwert auch für andere Reisende

Die DB verspricht unter anderem einen „Aufzugswächter“. (Foto: DB)

Die DB verspricht unter anderem einen „Aufzugswächter“. (Foto: DB)

Die App biete auch einen Mehrwert für viele andere Reisende, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube am Dienstag bei der Vorstellung des 3. Programms zur Barrierefreiheit, mit dem sich der Konzern zur Umsetzung weiterer Maßnahmen bis 2020 verpflichtet. Dazu zählt, dass in allen neuen und sämtlichen neu ausgestatteten Zügen im Fernverkehr mindestens zwei Rollstuhlfahrer mitgenommen werden können.

Der neue ICE 4, der alte ICE 1 und ICE 2 sowie einige IC und EC ab Ende 2017 kontinuierlich ersetzen soll, bietet Platz für vier Rollstuhlfahrer (ROLLINGPLANET berichtete: Welche Verbesserungen der neue ICE 4 für Rollstuhlfahrer bringt). Reisende mit Sehbehinderungen können sich von der Tür bis zum Platz, zur Toilette oder ins Bordrestaurant über Piktogramme und Brailleschrift leiten lassen.

3. Programm zur Barrierefreiheit
Wegen der Deutschen Bahn mussten Menschen mit Behinderung bereits auf One-Night-Stands verzichten oder verzweifelt um Hilfe betteln – ROLLINGPLANET gehört bekanntlich nicht zu den glühendsten Fans der Deutsche Bahn. Ganz so doof ist die DB allerdings nicht, wie wir oft überzeugt sind. Zumindest benennt das Unternehmen in seinem „3. Programm zur Barrierefreiheit“ auch zahlreiche Probleme, beispielsweise die von vielen Beobachtern kritisierte „1.000-Reisende-Regelung“, derzufolge zwar Neubauten und Umbauten von Stationen barrierefrei erfolgen sollen – aber eben nur dann, wenn ein Bahnhof mehr als 1.000 Reisende pro Tag hat. ROLLINGPLANET-Leser/innen können hier das 3. DB-Programm zur Barrierefreiheit (PDF, 8 MB) herunterladen:

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(RP/mit Materialien von dpa)

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2 Kommentare

  • Zeiler

    Also ich hatte erst kürzlich mein Erlebnis mit der Deutschen Bahn das reichte mir vollkommen kundenfreundlich und behindertengerecht war das überhaupt nicht so schnell hoffentlich nicht wieder manche haben keinen Mund nur einen Finger oder war es Zuviel Arbeit weil sie gleich gar nicht aufgetaucht sind

    28. September 2016 at 11:49
  • Handbiker

    Ich bin dieses Jahr mehr als sechs Monate lang auf dem Po die Treppe hoch und runter gerutscht, weil die Reparatur des Aufzugs einer S-Bahn Haltestelle immer wieder verschoben wurde. Der Aufzug war seit Januar kaputt. Erst sollte er am 18. Februar repariert werden. Doch statt den Aufzug am 18. Februar zu reparieren, klebte der Reparaturdienst ein neues Schild an die Aufzugtür. Die Reparatur wurde auf den 18. April verschoben. Dieses Prozedere wiederholte sich noch dreinmal.

    30. September 2016 at 09:26

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