Wird Stuttgart 21 doch keine Todesfalle für Rollstuhlfahrer?

Bedenken unter anderen von Behindertenverbänden gegen Fluchttreppen – Bahn erwägt Umplanung.

Der Architekt des Tiefbahnhofs Stuttgart 21, Christoph Ingenhoven (Foto: Marijan Murat/dpa)

Der Architekt des Tiefbahnhofs Stuttgart 21, Christoph Ingenhoven (Foto: Marijan Murat/dpa)

Vor drei Jahren – so berichtete ROLLINGPLANET – wies die Deutsche Bahn Vorwürfe zur angeblich mangelnden Sicherheit in den Tunneln des Bahnprojekts „Stuttgart 21“ als haltlos zurück. Die geplanten Tunnel als „Todesfallen“ (für Rollstuhlfahrer) zu bezeichnen, entbehre jeder sachlichen Grundlage, teilte die DB mit.

Vielleicht war ja die Grundlage doch nicht ganz so unsachlich – nach jahrelangen Debatten um Brandschutz und Fluchtwege im geplanten Stuttgart-21-Tiefbahnhof zieht die Deutsche Bahn endlich neue Lösungen in Betracht. Der Architekt Christoph Ingenhoven und Behindertenverbände haben Bedenken gegen die bislang geplanten acht Flucht-Treppenhäuser angemeldet, wie ein Bahnsprecher am Dienstag in Stuttgart erläuterte.

Die Bauherrin Bahn überlegt nun, die Fluchtmöglichkeiten jeweils am Ende der vier rund 400 Meter langen Bahnsteige einzurichten. Der Brandschutz wird auch den Stuttgart-21 Lenkungskreis mit Vertretern von Bahn, Verkehrsministerium, Projektgesellschaft, Stadt und Region Stuttgart beschäftigen. Die Spitzenrunde trifft sich an diesem Mittwoch in Stuttgart.

(RP/dpa)

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1 Kommentar

  • Lothar Epe
    Lothar Epe

    Naja, mit Verspätungen hat die Bahn ja jede Menge Erfahrung.

    4. November 2015 at 10:26

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