Zähne: Jetzt macht es nicht mal mehr Spaß, sich abzocken zu lassen

Medizinischer Nutzen von professioneller Zahnreinigung ist Experten zufolge „unklar“.

ROLLINGPLANET präsentiert das fröhliche Baustellenfoto des Tages (die Zähne gehören nicht unserem Mitarbeiter Dirk Wessels, auf diese Feststellung legt er Wert) (Foto: LAG BW)

Schlechte Nachricht für ROLLINGPLANET-Mitarbeiter Dirk Wessels: Er liebt professionale Zahnreinigung (PZR), und würde deshalb gerne einmal im Monat zum Gebiss-Doc, so wie andere regelmäßig den Friseur aufsuchen. Nicht weil er zu faul ist, sich seine Beißerchen zu putzen, sondern weil die anschließend immer schön weiß sind. Leider ist so eine PZR nur zwei Mal im Jahr empfohlen – und vielleicht kann sich der Kollege das ja künftig sogar ganz sparen.

Denn der medizinische Nutzen einer regelmäßigen professionelle Zahnreinigung bei Erwachsenen ohne Zahnfleischentzündung ist Experten zufolge unklar. Es gebe keine aussagekräftigen Studien, die untersucht haben, ob die professionelle Reinigung (PZR) die Zahngesundheit tatsächlich positiv beeinflusst, erläutert der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) in Berlin.

Kassenpatienten müssen selbst zahlen

Eine PZR müssen Kassenpatienten in der Regel selbst zahlen, da ihre Versicherung nur die Kosten für ein Zahnsteinentfernen einmal pro Jahr sowie für eine Untersuchung alle sechs Monate übernimmt. Für viele Zahnärzte ist das Geschäft mit der PZR ein gutes Geschäft, für das sie kräftig zulangen – ROLLINGPLANET berichtete: Zahnreinigung: Über ein Drittel der Zahnärzte “zockt” ab.

Eine Studie, die das Thema PZR zumindest berührt, erlaubt dem MDS zufolge den Schluss, dass das Gebiss besser gepflegt ist und Zahnfleischentzündungen seltener sind, wenn der Patient die richtige Zahnpflege genau erklärt und gezeigt bekommt. Die Probanden, deren Zähne zusätzlich professionell gereinigt wurden, schnitten nicht besser ab.

Die vom MDS entwickelte Internetplattform www.igel-monitor.de bewertet den medizinischen Nutzen einer PZR bei Erwachsenen ohne Parodontitis daher als „unklar“. Wissenschaftler sichten für die Plattform die aktuelle Studienlage zu Selbstzahlerleistungen beim Arzt und werten diese aus.

(dpa)

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