Zeitumstellung – warum sie für viele eine Woche dauert

Wie man gut in die Winterzeit kommt: Viele Ältere, Kinder oder Menschen mit Schlafstörungen tun sich schwer mit dem Mini-Jetlag.

Der Übergang vom Herbst in den Winter bereitet vielen Menschen Probleme. (Foto: Shutterstock)

Der Übergang vom Herbst in den Winter bereitet vielen Menschen Probleme. (Foto: Shutterstock)

Manch einer wird sich über die Umstellung auf die Winterzeit am 25. Oktober gefreut haben – schließlich bekamen wir eine Stunde Schlaf geschenkt. Eigentlich gleicht die Zeitumstellung jedoch einem Mini-Jetlag, sagt Hans-Günter Weeß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin und Leiter des Schlafzentrums des Pfalzklinikums in Klingenmünster. In der Regel haben die meisten Menschen sich nach ein bis zwei Tagen daran gewöhnt. Aber: „Gerade Ältere, Kinder oder Menschen mit Schlafstörungen tun sich mit der Umstellung schwerer.“ Bei ihnen kann die Umstellung bis zu einer Woche dauern. Mit ein paar Tipps geht es ein bisschen besser.

Wer nach der Zeitumstellung morgens „zu früh“ aufwacht, sollte „auf keinen Fall einschlafen wollen“, mahnt Weeß. Denn wer sich Druck macht, verhindert mit ziemlicher Sicherheit das Einschlafen. Ein kleiner Trost: „Nach ein paar Tagen hat man sich dran gewöhnt.“ Wer allerdings morgens aufsteht, wenn er zu früh aufwacht, wirkt dieser Gewöhnung entgegen. Besser bleibt man entspannt liegen und versucht die Zeit zu genießen.

Lichtmangel stoppt Glückshormon Serotonin

Neben der Schlafproblematik steht manch einer im Winter auch vor einem weiteren Problem: Lichtmangel. Er wird dadurch begünstigt, dass es abends früher dunkel wird, erklärt Weeß. „Lichtmangel fördert die Produktion des sogenannten Schlafhormons Melatonin und dämmt die Bildung des Glückshormons Serotonin ein.“ Das beeinflusst nicht nur den Tagesrhythmus, sondern kann auch auf die Stimmung schlagen: Mögliche Folgen sind ein Winterblues oder eine Winterdepression, erklärt Weeß. „Mit viel Licht, viel Bewegung im Freien kann man gegensteuern.“

Er selbst habe außerdem eine Schreibtischlampe, deren Lichtspektrum dem Sonnenlicht nachempfunden ist. Solche Lampen werden eigentlich in der Lichttherapie eingesetzt. Man kann sie aber auch für zu Hause kaufen. „Man sollte darauf achten, dass die Lampe 10.000 Lux hat. Dann reicht es, eine halbe Stunde davor zu sitzen. Ein Spaziergang im Freien ist aber mindestens genauso ergiebig.“

(dpa/tmn)

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