Zeltinger verkündet Rollstuhlbasketball-Kader für Rio

Nationaltrainer benennt seine zwölf Spieler – ein Youngster und ein Rückkehrer haben es in die Auswahl geschafft. Und natürlich viele Hessen.

Nicolai Zeltinger

Bundestrainer Nicolai Zeltinger (m.) (Foto: Andreas Joneck)

Keine 24 Stunden nach Rückkehr von einer zehntägigen Testspielreise nach Brasilien hat Herren-Bundestrainer Nicolai Zeltinger und sein Stab die zwölf Spieler nominiert, die bei den XV. Paralympics in Rio de Janeiro vom 7. bis 19. September das Trikot mit dem Bundesadler auf der Brust tragen sollen. Nun steht als letzter Schritt und Formsache die endgültige und offizielle Nominierung durch den Deutschen Behinderten Sportverband (DBS) an.

In den Kreis der deutschen Nationalmannschaft zurückkehren wird Kai Möller, der bei der WM 2014 im südkoreanischen Incheon letztmals im Kader stand. Der 25-Jährige spielte zuletzt für die FCK Rolling Devils und wird in der kommenden Saison für die BG Baskets Hamburg auf Korbjagd gehen. Neben Möller wird auch Youngster Nico Dreimüller seine paralympische Premiere an der Copacabana feiern. Der 18-jährige Leistungsträger der deutschen U22-Nationalmannschaft wurde 2013 zusammen mit Kai Möller Junioren-Weltmeister und ist inzwischen der vierte Spieler aus der Mannschaft von U22-Bundestrainer Peter Richarz, der den Sprung in den A-Kader geschafft hat.

Vertraute Gesichter

Ansonsten vertraut Zeltinger auf die Spieler, die im vergangenen Jahr bei der EM im britischen Worcester die Bronzemedaille holten. Der eingespielte Kader um das Offensiv-Quartett Aliaksandr Halouski und André Bienek vom Deutschen Meister aus Thüringen, Thomas Böhme aus Wetzlar und Liga-Topscorer Dirk Passiwan aus Trier, sollen es bei den Paralympics in Rio richten. 2012 in London endeten die deutschen Hoffnungen bereits im Viertelfinale. Dort brachte das Team Germany den Medaillenkandidaten USA zwar an den Rand einer Niederlage, am Ende bedeutete jedoch eine knappe Niederlage das Aus.

„Wir haben nun einen hervorragenden Mix aus jungen und hungrigen sowie abgeklärten und routinierten Spielern im Kader“, so Bundestrainer Zeltinger über die nun vorgenommene Auswahl: „Die nicht berücksichtigten Spieler brauchen sich nichts vorzuwerfen, sie haben alles gegeben. Letztlich war es insbesondere im 3er-Bereich ein sehr harter Kampf. Mit Bienek und Böhme haben wir dort bereits zwei Weltklassespieler sowie mit Magenheim einen herausragenden Backup. So haben wir uns als vierten Spieler in diesem Bereich für Kai Möller entschieden. Ihn können wir aufgrund seiner Physis und Größe als einzigen seiner Klassifizierung auch auf der Center-Position im Post in einer ganz anderen Line-Up einsetzen, was für uns besonders wertvoll sein wird“.

Wer es nicht geschafft hat

Den Sprung aus dem erweiterten Kader nicht geschafft haben dagegen die beiden Hannoveraner Jan Sadler und Philipp Schorp sowie Jens-Eike Albrecht aus Thüringen. Im Vergleich zum EM-Kader des Vorjahres hat neben Sadler auch Marcus Kietzer, der bereits im erweiterten Kader dieses Jahres fehlte, den Sprung nach Rio de Janeiro verpasst.

Der RSV Lahn-Dill stellt mit insgesamt sechs Nationalspielern, darunter der 48-jährige Dirk Köhler, die Hälfte des deutschen Kaders. Zeltinger ist bekanntlich auch Trainer des hessischen Vizemeisters.

(RP/PM)

Der deutsche Paralympics-Kader 2016

Spieler (Jahrgang, Klassifizierung, Verein)
Bienek, André (1986, 3,0, RSB Thuringia Bulls)
Böhme, Thomas (1991, 3,0, RSV Lahn-Dill)
Dreimüller, Nico (1997, 2,0, RSV Lahn-Dill)
Haller, Jan (1988, 2,0, RSV Lahn-Dill)
Halouski, Aliaksandr (1987, 4,5, RSB Thuringia Bulls)
Heimbach, Matthias (1983, 1,0, BG Baskets Hamburg)
Huber, Christopher (1995, 1,0, RSV Lahn-Dill)
Köhler, Dirk (1967, 4,0, RSV Lahn-Dill)
Lohmann, Björn (1979, 1,0, RSV Lahn-Dill)
Magenheim, Sebastian (1988, 3,5, USC München)
Möller, Kai (1991, 3,0, BG Baskets Hamburg)
Passiwan, Dirk (1976, 4,5, Doneck Dolphins Trier)
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