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Zittern um den Job: Wie bin ich vor einer Kündigung geschützt?

Mehr als 13.000 Mitarbeiter verlieren derzeit bei Schlecker ihre Arbeit. Sie haben auch Angst um Ihren Job, weil Ihre Firma bald insolvent gehen könnte? Was Sie über Kündigung und ihre Fristen wissen müssen.

Mitarbeiterinnen der Drogerie-Kette Schlecker demonstrieren am Freitag vor dem Reichstag in Berlin (Foto: dpa/Rainer Jensen)

Für die Mitarbeiter der pleite gegangenen Drogerie-Kette Schlecker heißt es in Abwandlung des ehemaligen Werbespruchs: „For you. Vor Ort. Vorbei.“ Anlass, Ihnen einen schnellen Überblick zu Kündigungsmodalitäten zu geben.

Unternehmen in Deutschland dürfen laut Kündigungsschutzgesetz aus drei Gründen kündigen: personenbedingt (etwa bei langer Krankheit), verhaltensbedingt (etwa wegen einer Straftat), oder betriebsbedingt (aus wirtschaftlichen Gründen).

Paragraf 622 des Bürgerlichen Gesetzbuches sieht – gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit – Fristen von einem bis zu sieben Monaten vor. Der allgemeine gesetzliche Kündigungsschutz gilt für Arbeitnehmer mit mindestens sechsmonatiger Betriebszugehörigkeit.

Wie bei der Drogeriemarktkette Schlecker liegt die maximale Kündigungsfrist im Insolvenzfall gesetzlich allerdings bei nur drei Monaten. Längere Fristen verlieren ihre Gültigkeit. Das regelt Paragraf 113 der Insolvenzordnung.

Kündigungsschutz für Schwerbehinderte

Die Kündigung durch den Arbeitgeber verlangt nach dem Gesetz einen sozial gerechtfertigten Grund. Will ein Unternehmen einen größeren Teil der Belegschaft entlassen, muss es mit dem Betriebsrat einen Sozialplan aushandeln.

Ein Kündigungsverbot gilt während einer Schwangerschaft, innerhalb der ersten vier Monate nach der Entbindung und während des Erziehungsurlaubs. Einen besonderen Kündigungsschutz genießen auch Betriebsratsmitglieder, Schwerbehinderte und Auszubildende.

Ein Arbeitnehmer kann innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht dagegen klagen. So kann er unter Umständen die Rücknahme der Kündigung oder eine Abfindung erreichen. Will der Betrieb einen Rechtsstreit vermeiden, kann er einen Aufhebungsvertrag mit einer Abfindung anbieten.

(dpa)

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