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Zu radikal? Hüppe nicht mehr Behindertenbeauftragter der Regierung

Das ist bitter für die „Behindertenszene“ – ein vehementer Inklusionskämpfer muss zurücktreten.

Hubert Hüppe (Foto: Hüppe)

Hubert Hüppe (Foto: Hüppe)

Da half auch das Lob der Bundeskanzlerin in ihrer Video-Botschaft zum Tag der Menschen mit Behinderung nichts. Noch Anfang Dezember hatte Merkel betont: „Wir haben in der Bundesregierung einen Beauftragten für die Menschen mit Behinderungen, Hubert Hüppe, der die Arbeit für die Belange der Behinderten mit großer Intensität durchführt.“

Der CDU-Politiker Hüppe, selbst Vater eines behinderten Sohnes, wird nach Informationen der Zeitung „Die Welt“ in der neuen schwarz-roten Bundesregierung nicht mehr zum Behindertenbeauftragten berufen. Wie das Blatt in seiner morgigen Ausgabe meldet, geht dieser Posten wie schon das Amt der Integrationsbeauftragten von der CDU an die SPD. Dies sei zwischen den Koalitionspartnern vereinbart worden.

Nicht nur Freunde gemacht

Die „Welt“ schreibt:

Hüppe ist bei den einschlägigen Verbänden und Interessengruppen hoch angesehen. Mit ihm hätte die SPD sicher auch ohne Weiteres leben können. Denn Hüppe tritt unter anderem für eine radikale Inklusion ein und spricht damit vielen SPD-Sozialpolitikern durchaus aus der Seele.

Allerdings hat er sich damit in seiner eigenen Partei nicht nur Freunde gemacht, ja, er erlebte dort immer wieder Widerstand. Viele Unionspolitiker plädieren dafür, dass etwa das bestehende Förderschulsystem erhalten wird – und daneben so viele Kinder wie möglich in den Regelschulbetrieb übergehen.

Dies war in den Augen Hüppes nie wirklich praktikabel, weil auch zu teuer. Den Erhalt der Förderschulen und eine gute Umsetzung der Inklusion hielt er schlicht für nicht bezahlbar. Er forderte deshalb das Ende des bisherigen Förderschulsystems.

Wer neuer Behindertenbeauftragter wird, ist laut „Welt“ noch nicht entschieden. Hüppe ist Mitglied des CDU-Vorstands und seit 2013 wieder im Bundestag. Seine letzte Amtshandlung als Behindertenbeauftragter war es, die Schirmherrschaft für JOB-INKLUSIVE von ROLLINGPLANET zu übernehmen.

(RP/dpa)


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