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Zum Tode von Horst Faas

ROLLINGPLANET trauert um einen großen Journalisten. Der zweifache Pulitzer-Preisträger Horst Faas starb am gestrigen Donnerstag in München. Dies teilte sein langjähriger Arbeitgeber, die New Yorker Nachrichtenagentur AP, mit.

Horst Faas (27.4.1933 - 10.5.2012)

Er wird eine Reporter-Legende bleiben: Horst Faas erhielt je zweimal den Pulitzer-Preis (1965 und 1972) und den Robert Capa Award (1965 und 1988). Er repräsentiert mit Malcolm W. Browne, Peter Jennings, Dan Rather, Ted Koppel, Larry Burrows und Eddie Adams eine Generation von Kriegsjournalisten, wie sie heute nicht mehr anzutreffen ist.

Als Fotochef von AP (Associated Press) in Saigon war Faas für einige der un­vergesslichen Bilder des vergangenen Jahr­hunderts verantwortlich: Das „Napalm-Mädchen“, 1972 von Nick Ut aufgenommen, und die Erschießung eines Nord­vietnamesen, 1967 von Eddie Adams fotografiert, gehörten zu jenen Motiven, die er freigab und die lange Zeit Teil der kollektiven Erinnerung waren – und dazu beitrugen, dass die Weltöffentlichkeit ein Ende des Vietnamkrieges forderte.

Er vergaß nie, dass er Chronist und kein Moralist war: „Das läuft halt, die Ereignisse gehen durch wie das rauschende Wasser in einer Toilette.“

Das Interview mit Horst Faas auf ROLLINGPLANET

Der Tod gehörte zu seinen Spezialitäten. Über Eddie Adams sagte der gebürtige Berliner: „Er wusste nicht, dass er die Exekution so auf die 1000stel Sekunde genau hatte, denn damals hat man ja nicht mit Motor fotografiert, sondern den Film per Hand weitergedreht. Das richtig hinzukriegen, war Glück. Wenn man nur ein bisschen zögert, haut es nicht hin.“

2005 zog sich Horst Faas bei einem privaten Korrespondententreffen in Hanoi eine schwere Infektion zu, in deren Folge er gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen war. Ende 2008 verschlimmerte sich sein Zustand. Seit Februar war er im Krankenhaus.

Horst Faas wurde 79 Jahre alt.

Wir empfehlen Ihnen ein Porträt und ein sehr persönliches Interview, das Horst Faas 2005 – in der Unfallklinik Murnau, kurz nach seiner Erkrankung – gab und das ROLLINGPLANET im Januar veröffentlichte: “Helden sind wir nie gewesen”

Das Foto entstand 2005 in der BG Unfallklinik Murnau. Foto: Angelika Ferstl

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