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Zwei närrische Dinge: Geld für WfbM Titisee-Neustadt – und ein merkwürdiges Caritas-Statement

Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann empfängt Narren und spendet, während die Caritas in Duisburg eine Behindertenwerkstatt erst mal schließen muss.

Die Caritas-Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt nach dem Brand (Foto: Patrick Seeger/dpa)

Eine Minute nach zwölf Uhr empfängt der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Mittwoch die Narren in der Villa Reitzenstein. Zum traditionellen „Närrischen Staatsempfang“ werden rund 180 Vertreter der schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte erwartet.

Angeführt von der Kapelle des Alemannischen Narrenrings werden die Narren zunächst die Villa erstürmen. Im Anschluss folgt die Ansprache von Kretschmann. Die Spende geht in diesem Jahr an die von Caritas betriebene Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) in Titisee-Neustadt, wo am 26. November 2012 eine Brandkatastrophe 14 Menschen tötete, und an die Straßenzeitung Trott-War e.V. in Stuttgart.

Seit Mitte Januar haben die meisten Behinderten in Titisee-Neustadt wieder ihre Tätigkeit aufgenommen. Für die kommenden Monate seien Ersatzgebäude gefunden worden, sagte ein Sprecher der Caritas. Dort werde ein provisorischer Werkstattbetrieb organisiert. Für ein Ende des Provisoriums sind Spendengelder erforderlich.

Schock in Duisburg-Rheinhausen

Wegen Mängeln beim Brandschutz ist eine andere WfbM der Caritas seit einigen Tagen von Amts wegen stillgelegt – an der Hochstraße in Duisburg-Rheinhausen, wo 400 Frauen und Männer arbeiteten. Die Stadt hatte unzureichende Fluchtwege bemängelt. Die Sanierung wird voraussichtlich nicht vor dem Sommer beendet sein und rund 250.000 Euro kosten.

„Die Feuerwehr hat bei ihrer turnusmäßigen Brandschau das Bauordnungsamt hinzugezogen. Dieses hat Mängel festgestellt und das Gebäude sofort geschlossen“, sagt Stadtsprecher Peter Hilbrands. Üblicherweise reiche für dieses Gebäude eine Besichtigung durch die Feuerwehr. Aufgrund des Brands in Titisee-Neustadt wurde diesmal jedoch das Bauordnungsamt hinzugezogen.

„Dass so gar kein Spielraum besteht und wir sofort schließen mussten, hat uns sehr geschockt“, wird Anton Heemann, kaufmännischer Geschäftsführer der Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein (CWWN), in der WAZ zitiert – was wiederum ROLLINGPLANET schockiert, wenn das Zitat stimmt: Kann man nach Titisee-Neustadt hinsichtlich Brandschutzes noch irgendeinen Spielraum einfordern? Man werde umgehend reagieren, um die Brandschutzmängel zu beseitigen, so Heemann. Immerhin.

(RP/dpa)

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