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Zweifacher Paralympics-Sieger Holger Nikelis beendet Karriere

Der Tischtennis-Star verabschiedet sich von der internationalen Bühne. Per Facebook gab er seinen Rücktritt bekannt.

Holger Nikelis bei den Paralympics 2012 in London (Foto: Andreas Geist/BSNW)

Holger Nikelis bei den Paralympics 2012 in London (Foto: Andreas Geist/BSNW)

Seine Erfolge als Sportler sind beeindruckend, auch wenn es jüngst im September in Rio de Janeiro nicht rund lief und der gebürtige Kölner bereits in der Gruppenphase ausschied: Unter anderem zweimal Gold bei den Paralympics (2004, 2012), zwei Titel bei Weltmeisterschaften (2006, 2010), siebenmal der oberste Platz auf dem Treppchen bei Europameisterschaften und zwölf Deutsche Meistertitel (zuletzt 2013) – das ist die Tischtennis-Bilanz von Holger Nikelis (derzeit mit Bart unterwegs, Foto: privat).

Weitere Medaillen werden nicht mehr hinzukommen: Der 38-Jährige, der sich 1995 beim Sprung ins Meer einen Bruch des sechsten Halswirbels zuzog und seitdem querschnittgelähmt ist, möchte sich nun voll und ganz auf seinen Beruf und sein Privatleben konzentrieren. Auf Facebook gab Nikelis, der vor vier Jahren das Inklusionsprojekt sport grenzenlos ins Leben rief, seinen Rücktritt bekannt:

Hallo aus Fulda,

mehr als zwei Monate sind schon wieder vergangen, seit ich von den Paralympics aus Rio de Janeiro zurückgekehrt bin. Leider ist meine Teilnahme an den Spielen mit dem Ausscheiden in der Gruppenphase nicht so verlaufen, wie ich es mir erhofft hatte.

Ich habe deshalb die vergangenen Wochen genutzt, um zu schauen, wie es sportlich weitergehen kann. Und nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschlossen, meine internationale Rollstuhl-Tischtennis-Karriere nach nunmehr 20 erfolgreichen Jahren zu beenden.

Beim Blick zurück auf diese so intensive und besondere Zeit bleibt vor allem eins: ein wenig Stolz auf das, was ich erleben durfte und erreicht habe. Ich habe zwei Mal die Paralympics gewonnen, bin mehrfach Welt- und Europameister geworden, habe die Weltrangliste angeführt und vor allem viele einmalige, großartige Erfahrungen gesammelt.

Diese möchte ich jetzt nutzen, um mich zu 100 Prozent auf den Beruf und mein Privatleben zu konzentrieren. Das Thema Inklusion und der Behindertensport liegen mir nach wie vor sehr am Herzen. Diesbezüglich mit dem Team unserer Initiative sport grenzenlos künftig weitere Projekte anzuschieben und damit Vorurteile abzubauen, Grenzen zu überwinden und eine Begeisterung für den Behindertensport zu entfachen, habe ich mir auch weiterhin auf die Fahnen geschrieben.

Auf bald, Euer Holger!

(RP)

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