Zweiter Heimkinderfonds kommt 2017

288 Millionen Euro für Opfer in Behindertenheimen oder Psychiatrien. Klingt viel – aber nur auf den ersten Blick.

Sozialministerin Heike Werner (Linke). (Foto: Martin Schutt/dpa)

Sozialministerin Heike Werner (Linke). (Foto: Martin Schutt/dpa)

Ein neuer Hilfsfonds für Menschen, die als Kinder und Jugendliche in Behindertenheimen oder Psychiatrien Leid erlitten haben, soll rund 288 Millionen Euro umfassen. Dies teilte Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Linke) mit.

Die „Stiftung Anerkennung und Hilfe“, welche die Gelder ausbezahlen wird, solle Anfang 2017 gegründet werden. Die Kosten tragen Bund, Länder und Kirchen. Entsprechende Pläne dazu hatte Bundesarbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles im Juni angekündigt. Noch zu klärende finanztechnische Details dürften jetzt nicht zu einer weiteren Verzögerung der Auszahlung von Hilfen führen, mahnte Werner die Landesfinanzminister.

Nach einer Schätzung sind bundesweit rund 97.000 Männer und Frauen betroffen, die Leid und Unrecht in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie in Westdeutschland oder der DDR erfahren haben. Viele waren Opfer von körperlicher, oft auch sexueller Gewalt. Häufig mussten sie in den Heimen ohne Bezahlung arbeiten. Sie sollen eine einmalige Pauschale von 9000 Euro erhalten. Als Ausgleich für entgangene Rentenansprüche werden für diejenigen, die in den Einrichtungen arbeiten mussten, zusätzlich bis zu 5000 Euro gewährt.

(RP/dpa/th)

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