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Aber es ist mehr als Liebe

Liebe, Sexualität & Erotik

Aber es ist mehr als Liebe

Drei kurze Geschichten über Zärtlichkeit, Sex und Verantwortung. Von ROLLINGPLANET-Autor Johann Löwe.

In unserer Rubrik „ROLLINGPLANET-Klassiker“ stellen wir Beiträge vor, die schon vor einiger Zeit erschienen sind, aber immer noch oder mehr denn je lesenswert sind.


Ein Mensch, der den Ekel putzt. Ist das selbstverständlich?

Wie alt M. heute ist? Schwer zu sagen. Sein Gesicht ist verbrannt, er trägt eine dunkle Brille, also nur schätzungsweise: Er ist 40, vielleicht auch 50. Bei dem Grillunfall zerfetzte es ihm nicht nur die Nase und die Wangen, sondern auch die Sehkraft. Links steckt ein Glasauge drin, rechts war alles so kaputt, dass die Ärzte nicht mal mehr ein Glasauge einsetzen mochten.

Ich finde meine Behinderung ekelhaft, sagt M., Sohn einer bekannten Frankfurter Industriellen-Familie. Dauerhaft sind seine Liebschaften nicht, obwohl er seinen Frauen Kleider von Gucci und Handtaschen von Luis Vuitton besorgt. Einer Angebeteten kaufte er sogar mal ein Apartment – nach drei Tagen. Eine Art Laune, entschuldigt sich M. Sie sagte Dankeschön und war weg.

Vor einem Jahr traf M., der sagt, dass er sich viel zu schnell verliebt (aber es bleibt ihm ja vielleicht auch nichts anderes übrig), eine hinreißende Frau. Das große Glück!, schrie er. Aber wie willst du das wissen?, fragten wir ihn. Sie ist die erste Frau, sagt M., die mein Glasauge putzt. Ich habe sie nicht darum gebeten.


Ein Mensch, der den Ekel küsst. Welche Stelle ist verboten?

Franck Ribéry hat eine (quer im Antlitz), T. auch (quer überm Oberschenkel), und seit der vergangenen Fußball-Saison fragt sich der seit einem Arbeitsunfall amputierte Bayern-München-Fan T., ob es nicht besser wäre, stünde ihm seine Narbe ebenfalls ins Gesicht geschrieben. Seine Narbe hat etwas, das er nicht mag. Sie ist heimtückisch, sie versteckt sich, sie wird anderen erst in dem Moment offenbar, wenn zwei sich ganz nah kommen. Bei Ribéry ist das anders. Wenn der lacht, entkommt niemand seiner Narbe.

T.s Narbe ist anders, sie ist nur das Loch von einem Teil, das verschwunden ist. Die Narbe ist das Land, das nicht mehr da ist. Wenn T. seine Stelle betrachtet, nimmt er nicht nur die harte Haut wahr, sondern jeden Ekel dieser Welt, der von ihm ausgeht. Nie hat T. an mangelndem Selbstvertrauen gelitten. Aber seit er die Narbe hat, vermag er keine Frauen mehr anzusprechen. Sein Lächeln erfriert, wenn sie fragt: Zu dir oder zu mir? Neulich wurde er schwach. Als er nackt dalag, küsste sie seinen Stumpf. Das Glück war zurückgekehrt.


Eltern, die sich nicht fürchten. Wer will schon Gott spielen?

Die 14-jährige P. hat das Down-Syndrom und will Popstar werden.

Das ist vom lieben Herrgott vielleicht etwas zu viel verlangt – zumal dieser manchmal die wichtigen Aufgaben des Lebens delegiert.

Jedenfalls standen P.’s Eltern ziemlich allein da, als die Ultraschalluntersuchung das behinderte Kind ankündigte. Vater und Mutter E. entschlossen sich, P. nicht abzutreiben. Sie wurden als rücksichtslos beschimpft.

G., die Cousine von E., kann keine Kinder bekommen. Mit ihrem Mann, praktischerweise ein Jurist, reiste sie – vor 14 Jahren – nach Rumänien, um ein Baby zu adoptieren. Man hatte Bargeld dabei, und der Jurist regelte mit vorbereiteten Verträgen den Deal.

Mindestens 30 Kinder haben wir angeschaut, gibt G. zu. Leider habe man nicht wissen können, dass die Mutter des ausgewählten Babys wohl Alkoholikerin gewesen sei. Glücklich ist man heute ehrlicherweise nicht mehr mit dem Sohn, der ist aggressiv und macht ständig Lärm.

Zufrieden fragte P. unlängst ihre Eltern: „Ihr wollt mich aber nicht zurückgeben?”


Fotos: David Gsell

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7 Kommentare

7 Kommentare

  1. zauberhaft

    9. November 2011 um 17:29

    Sehr schön geschrieben.

  2. krake82

    9. November 2011 um 19:13

    Völlig blödsinnes, wirres Zeug. Verstehe ich nicht.

  3. Esther

    10. November 2011 um 10:52

    Zur Geschichte 1. Wer meint Frauen kaufen zu müssen muss sich nicht wundern wenn er keine wahre Liebe findet.

  4. Penelope

    10. November 2011 um 12:15

    Zur Geschichte 1: Ja.
    Zur Geschichte 2: Keine.
    Zur Geschichte 3: Niemand.

  5. Horst

    21. November 2011 um 11:16

    Ich weiß nicht, ob ich eine Narbe küssen könnte.

  6. ziff-zoff

    29. November 2011 um 09:52

    3 x Gefällt.

  7. Sternenzauber

    29. November 2011 um 09:54

    you make you happy

    Jetzt bin ich aufgewacht
    Mit den schlüssel in der Hand
    Hab so lange über uns nachgedacht
    Stand mit dem Rücken an der Wand

    Das Leben bietet so viel mehr
    als sinnlose traurigkeiten
    Ist dein Leben noch so leer
    Es gibt noch so schöne seiten

    Und deswegen sprech ich zu dir:

    You make you happy
    with every smile
    you make you happy
    when you dont lie

    Seh dir die Sterne an
    sie leuchten für dich
    Die sonne lädt dich ein
    und zeigt dir ihr gesicht

    Du machst es dir so schwer
    Wie kannst du das alles tragen?
    Komm, wir gehn ans meer
    Sonst kann deiine seele es nicht mehr lange tragen

    You make you happy
    with every smile
    you make you happy
    when you dont lie

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