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Amnesty International Gruppe Saarbrücken entsetzt über die Vorgänge rund um Markus Igel

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Amnesty International Gruppe Saarbrücken entsetzt über die Vorgänge rund um Markus Igel

Wie die Behörden einen Schwerbehinderten ins Heim stecken wollen – die politischen Aktivisten sehen dadurch das grundsätzliche Menschenrecht der Selbstbestimmung verletzt.

Markus Igel (Foto: Privat)

Markus Igel (Foto: Privat)

Igel ist ein junger Mann, der im Alltag auf Behindertenassistenzen angewiesen ist und dem das saarländische Landessozialamt sowie der Landkreis Neunkirchen als zuständiger Leistungserbringer nun die finanziellen Mittel kürzen will. Infolgedessen sieht sich Igel vor der Konsequenz, in ein Heim gehen zu müssen, da er die Kosten für die benötigte Rund-um-die-Uhr-Versorgung Zuhause nicht alleine tragen kann. Auf ROLLINGPLANET berichtete er über den Kampf gegen die Behörden.

Clara Schirmeister, Sprecherin der Amnesty Gruppe Saarbrücken meint dazu, es sei nicht nachvollziehbar, warum hier einem so jungen Menschen sein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben genommen werden soll. Es gebe keinen vergleichbaren Vorgang in Deutschland: „Das Saarland bestreitet hier einen gefährlichen Weg, da man versucht einen Präzedenzfall zu schaffen.“

Kein selbstbestimmtes Leben mehr

Auch andere deutsche Behörden könnten sich danach auf diesen Fall berufen und Menschen mit Behinderungen finanzielle Hilfe streichen, wodurch vielen ein selbstbestimmtes Leben außerhalb eines Heims unmöglich gemacht würde. In einem Sozialstaat, der sich unter anderem auch Inklusion zum Ziel gesetzt hat, habe so etwas keinen Platz. „Gerade für junge Menschen ist eine schreckliche Vorstellung, ein in dieser Weise erzwungen fremdbestimmtes Leben zu führen,“ kommentiert Schirmeister.

Selbstbestimmung gehöre für Amnesty International zu den grundsätzlichen Menschenrechten und sollte daher nicht angetastet werden, erst recht nicht, um allein Geld zu sparen. „Die Behörden und die Politik wären gut beraten, endlich die UN- Behindertenrechtskonvention umzusetzen, statt hier den Menschen, die besonders auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen sind, das Leben schwer zu machen“, so Schirmeister abschließend.

(RP/dpa)

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