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Android Q kommt – warum davon nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren

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Android Q kommt – warum davon nicht nur Menschen mit Behinderung profitieren

Google bringt im Herbst eine neue Betriebssystem-Version für mobile Geräte heraus. Es wird unter anderem eine Innovation geben, die ursprünglich für Gehörlose entwickelt wurde.

Android Q orientiert sich am iPhone: Die neue Betriebssystem-Version macht es unter anderem einfacher, seine eigene Smartphonenutzung zu kontrollieren – und an einigen Stellen einzuschränken. (Foto: Robert Günther/dpa-tmn)

Android Q orientiert sich am iPhone: Die neue Betriebssystem-Version macht es unter anderem einfacher, seine eigene Smartphonenutzung zu kontrollieren – und an einigen Stellen einzuschränken. (Foto: Robert Günther/dpa-tmn)

Das Besuchervotum bei der Vorstellung der neuen Android-Version Q war eindeutig: Der Dunkel-Modus, den Google „Dark Theme“ nennt, erhielt bei der Entwicklerkonferenz Google I/O mit Abstand den meisten Beifall der rund 6.000 anwesenden Entwickler.

Dabei geht es nicht nur um einen Designtrend, sondern ums Stromsparen. Zumindest bei Geräten mit OLED-Bildschirm werden die dunklen Pixel einfach ausgeknipst. Damit benötigt das Smartphone weniger Energie, und der Akku hält länger durch.

Der modische Dunkel-Modus, den Apple beim iPhone als Bedienungshilfe schon vor zwei Jahren eingeführt hat, soll bis zur Einführung des neuen Android-Betriebssystems im Herbst auch bei wichtigen Google-Anwendungen wie GMail umgesetzt sein.

Auf der Google I/O in Mountain View in Kalifornien warb Google bei den Entwicklern dafür, auch ihre Apps entsprechend anzupassen, was über eine Schnittstelle (API) relativ einfach umzusetzen ist. Der dunkle Modus kann in den Einstellungen unter dem Pfad Display/Design ausgewählt werden.

Sowohl für behinderte als auch nichtbehinderte Menschen

Mit Wohlwollen wurde registriert, dass Google weiter am gesunden Gleichgewicht beim Umgang mit digitalen Geräten arbeitet. Mit Android Pie kamen bereits mit „Digital Wellbeing“ eine Reihe von Werkzeugen wie das Dashboard und der App-Timer. Mit Q setzt Google diesen Kurs fort und gibt den Anwendern die Möglichkeit, zeitfressende Apps, die ständig um Aufmerksamkeit heischen, in den Hintergrund zu verbannen – etwa E-Mail oder Social-Media-Nachrichten. Der „Fokusmodus“ soll die Anwender beim konzentrierten Arbeiten ohne Ablenkung unterstützen.

Bei Android Q zeigt Google auch, wie Menschen ohne Behinderung von Entwicklungen profitieren können, die für User mit Behinderung unternommen wurden. Die neue Funktion „Automatische Transkription“ erkennt in Echtzeit gesprochene Worte, analysiert den Inhalt und blendet den Text als Untertitel ein – zum Beispiel unter einem Video, aber auch beim Abspielen eines Podcasts, einer Sprachnachricht oder beim Anhören einer eigenen Sprachaufnahme.

Ursprünglich für gehörlose und schwerhörige Menschen

„Viele Software-Innovationen werden durch maschinelles Lernen direkt auf den Geräten vorangetrieben“, sagte Google-Managerin Stephanie Cuthbertson. „Automatische Transkription“ gehört dazu. Die Funktion sollte sich eigentlich an Gehörlose und Schwerhörige richten. Es stellte sich aber schnell heraus, dass auch Menschen ohne eine Hörbehinderung das Feature mögen – etwa wenn sie sich ein Video in einer Umgebung anschauen, in der man den Ton nicht abspielen will.

Auf geteiltes Echo auf der Google I/O stieß die neue Gestensteuerung. Sie orientiert sich stark an der Bedienung von Apples iPhone. Android Q hat statt eines Zurück-Buttons nun eine Zurück-Geste erhalten. Dazu muss man quer über den Bildschirm streichen, um zurückzugehen. Bei Smartphones von Herstellern wie Samsung könnte das schwierig werden, weil dort bei bestimmten Modellen eigene Wischgesten existieren.

Gut aufgenommen wurde das neue Sicherheitskonzept von Google: Updates sollen künftig schneller über die Infrastruktur des Google Play Stores verteilt werden. Android Q besteht aus verschiedenen Modulen, die sich ohne Neustart einzeln aktualisieren lassen.

Deutlich verbesserter Datenschutz

Deutlich verbessert hat Google auch den Datenschutz: In den Einstellungen gibt es nun eine festgelegte Privatsphäre-Rubrik, in der alle wichtigen Bedienelemente an einem Ort gefunden werden können. Anwender können nun die Verwendung der Standortdaten durch Apps besser kontrollieren und beispielsweise festlegen, dass Standortdaten nur für aktive Apps freigegeben werden dürfen. Auch hier orientiert sich Google an Apples iOS für iPhone und iPad.

Unter dem Strich können sich Anwender auf Android Q freuen. Noch etwas unklar ist aber, welche Geräte die neue Version überhaupt erhalten werden. Auf der Google I/O wurde verkündet, dass bereits 21 Geräte von 13 Herstellern das neue System unterstützen. Neben den Pixel-Smartphones von Google sind das unter anderem das Mate 20 Pro von Huawei, Sonys Xperia XZ3, das Oneplus 6T und das Nokia 8.1.

Besitzer dieser Smartphones können auch am Beta-Programm teilnehmen und das neue System schon jetzt installieren und testen. Google warnt jedoch selbst davor, dass Android Q noch nicht fehlerfrei arbeitet. Außerdem werden bei der Rückkehr zu einer offiziellen Android-Version alle Daten gelöscht werden, die auf dem Gerät gespeichert sind.

(RP/dpa)

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