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ASS, Paracetamol, Ibuprofen & Co.: Schmerzmittel können schnell gefährlich werden

Gesundheit & Medizin

ASS, Paracetamol, Ibuprofen & Co.: Schmerzmittel können schnell gefährlich werden

Künftig sind Pharmaunternehmen verpflichtet, auf Packungen einen Warnhinweis abzudrucken.

Von der Regelung betroffen sind Medikamente, die zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen eingesetzt werden. (Foto: AKZ)

Von der Regelung betroffen sind Medikamente, die zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen eingesetzt werden. (Foto: AKZ)

Folgender Warnhinweis soll in Zukunft gut sichtbar auf den Verpackungen frei verkäuflicher Schmerzmittel aufgedruckt werden: Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben. Und das aus gutem Grund: „Bei einer zu langen Einnahme oder zu hohen Dosierung können die Wirkstoffe mitunter lebensbedrohliche Nebenwirkungen haben“, sagt Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). „Möglich sind zum Beispiel Leber- und Nierenschäden sowie Magenblutungen.“

Nicht länger als vier Tage

Von der Regelung betroffen sind Medikamente, die zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen eingesetzt werden. Sie enthalten zum Beispiel die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac. Eine Studie des Robert-Kochs-Instituts aus dem Jahr 2013 zeigt: In Deutschland verwendet fast jeder zweite Erwachsene innerhalb von vier Wochen mindestens einmal Medikamente gegen Schmerzen, die ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind. In den Packungsbeilagen wird in der Regel empfohlen, die Mittel ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als vier Tage anzuwenden. Doch nicht allen Anwendern ist diese Empfehlung bekannt. Der Warnhinweis auf der Verpackung soll helfen, dies zu ändern.

Entzugserscheinungen

Für die Hersteller gibt es bei der Regelung eine Übergangsfrist von zwei Jahren. Bis der Warnhinweis auf allen betroffenen Packungen zu lesen ist, kann es daher noch dauern. „Umso wichtiger ist es, dass Anwender, die frei verkäufliche Schmerzmittel ohne ärztliche Rücksprache einnehmen, selbst daran denken, zuvor die Packungsbeilage zu lesen“, sagt Dr. Schenkel. „Lassen Sie sich beim Kauf vom Apotheker zudem über die richtige Einnahme, die Risiken und Nebenwirkungen beraten.“ Eine abweichende Einnahme sollte nur auf Anweisung eines Arztes erfolgen.

Was können Personen tun, die einen zu hohen Gebrauch der Medikamente bei sich selbst oder Menschen in ihrem Umfeld beobachten? „Bei frei verkäuflichen Schmerzmitteln kann der Entzug in der Regel schlagartig erfolgen und ambulant oder stationär durchgeführt werden. Zuvor sollten Betroffene sich von einem Arzt beraten lassen“, sagt Dr. Schenkel. Zu den möglichen Entzugserscheinungen zählen Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlafstörungen und Unruhe. „Üblicherweise verschwinden die Beschwerden jedoch nach einigen Tagen.“

(akz-o)

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