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Bayerischer Rundfunk: Alle Volontäre lernen Gebärdensprache

Bildung & Berufsleben

Bayerischer Rundfunk: Alle Volontäre lernen Gebärdensprache

Seit Februar bekommt der aktuelle Jahrgang Unterricht in dem neuen Fach – „BR soll Vorreiter für Barrierefreiheit werden.“

Der Volontärjahrgang V30 des Bayerischen Rundfunks (von links: Andreas Neukam, Friederike Wipfler, Maximilian Sippenauer, Iris Meinhardt, Patricia Gabor, Verena Fücker, Nora Zacharias, Caroline Hofmann, Manuel Mehlhorn, Anna Feininger, Johannes Hofmann und Anna-Elena Knerich. (Foto: Medienfachverlag Oberauer GmbH/Lisa Hinder)

Der Volontärjahrgang V30 des Bayerischen Rundfunks (von links: Andreas Neukam, Friederike Wipfler, Maximilian Sippenauer, Iris Meinhardt, Patricia Gabor, Verena Fücker, Nora Zacharias, Caroline Hofmann, Manuel Mehlhorn, Anna Feininger, Johannes Hofmann und Anna-Elena Knerich. (Foto: Medienfachverlag Oberauer GmbH/Lisa Hinder)

Der Bayerische Rundfunk geht neue Wege im Volontariat und bringt seinem journalistischen Nachwuchs neben Online, Fernsehen und Radio auch das Kommunizieren per Gebärdensprache bei. Dies berichtet das „medium magazin“. Iris Meinhardt, die hochgradig schwerhörig und Mitglied des Jahrgangs ist, sagt: „Für mich war das ein sehr besonderer Moment, als sie den Wunsch geäußert haben und unser Ausbildungsleiter Clemens Finzer sein Okay dafür gegeben hat.“

Seit Februar bekommt die Klasse nun Gebärdensprach-Unterricht. Meinhardt hofft auf neue Erfahrungen für ihre Kollegen und eine Entwicklung im Sender: „Mein Wunsch ist, dass der BR nach außen hin in den Medien ein Vorreiter für Barrierefreiheit wird.“ Dies könnte laut Meinhardt weiter in das Publikum hinein wirken: „Werden die Medien inklusiver, wird das hoffentlich auch Auswirkungen auf die Gesellschaft haben und weitere inklusive Prozesse anstoßen.“

Für wen der Medienkonsum ohne Gebärdensprache besonders schwierig ist

Iris Meinhardt (Foto: Medienfachverlag Oberauer GmbH/Lisa Hinder)

Iris Meinhardt (Foto: Medienfachverlag Oberauer GmbH/Lisa Hinder)

Meinhardt erhält in ihrer Ausbildung Unterstützung von 15 bis 20 Gebärdensprachdolmetschern, die Kosten dafür trägt das Land Bayern. Vieles erledigt die Volontärin eigenständig, doch speziell Radiobeiträge sind eine Herausforderung – und auch die alltägliche Kommunikation. „Das Zuhören und Ablesen vom Mund ist immer mit großen Anstrengungen verbunden“, sagt Meinhardt.

Für schlecht oder gar nicht hörende Menschen wünscht sie sich mehr Anstrengungen von Medienhäusern und sagt: „Es gibt immer noch zu wenig Untertitel. Außerdem fehlen Gebärdensprach-Einblendungen, die relevant sind für einen barrierefreien Zugang.“ Besonders schwierig sei der Medienkonsum für Kinder, die noch nicht lesen können oder für Gehörlose, die nicht lesen und schreiben können.

(RP/PM)

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