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Behindertenvertreter mahnen rascheren Barrierenabbau an

Gesellschaft & Politik

Behindertenvertreter mahnen rascheren Barrierenabbau an

Behindertengerechte Wohnungen sind selten und im Alltag stoßen Menschen mit Handicap noch oft an Barrieren. Die Betroffenen haben klare Erwartungen, was sich schnell ändern muss.

Stefanie Drese (SPD), Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern

Stefanie Drese (SPD), Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern (Foto: Christoph Soeder/dpa)

Behindertenvertreter aus Kommunen und Kreisen in Mecklenburg-Vorpommern verlangen mehr Tempo beim Abbau bestehender Barrieren im Alltag und Fristen für die Umsetzung konkreter Ziele. Wie der Bürgerbeauftragte des Landes, Matthias Crone, am Freitag mitteilte, wurde dazu nach einer gemeinsamen Beratung an die Landesregierung ein Forderungskatalog übermittelt. Die darin enthaltenen Punkte sollen nach dem Willen der Verfasser im Maßnahmeplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, der gegenwärtig überarbeitet werde, Beachtung finden.

„Dieser Maßnahmeplan ist das entscheidende Instrument, um die Forderungen der Menschen mit Behinderung mit Leben zu füllen und in die Tat umzusetzen. Er ist ressortübergreifend und soll möglichst alle Belange der Menschen mit Behinderung berücksichtigen“,

erklärte Crone. Die Erwartungshaltung der Betroffenen sei daher groß.

Mehr barrierefreie Wohnungen

Im Zentrum der Forderung steht laut Crone die Änderung der Landesbauordnung. So sollen neu gebaute Mehrparteienhäuser barrierefrei sein und ein „deutlicher Anteil“ der Wohnungen dort uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sein. Die Hort- und Ferienbetreuung von Schulkindern mit Behinderung müsse so gewährleistet werden, dass für Eltern keine Mehrkosten entstehen. Als beispielhaft wird die Regelung dazu im Land Brandenburg erwähnt. Im neuen Maßnahmeplan sollen konkrete Ziele verankert werden, deren Umsetzung regelmäßig überprüft wird, wie Crone weiter mitteilte.

Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hatte schon vor einem Jahr angekündigt, bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention die übrigen Ressorts stärker einbinden und abrechenbare Aufgaben vereinbaren zu wollen.

„Unser gemeinsames gesellschaftliches Ziel muss es sein, Barrieren für Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen abzubauen“,

erklärte Drese. Nach Angaben des Sozialministeriums leben in Mecklenburg-Vorpommern rund 357.000 Menschen mit Handicap, 216.000 davon gelten als schwerbehindert.

(RP/dpa/mv)

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