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Blinde verklagen Roboter-Restaurant

Ausland

Blinde verklagen Roboter-Restaurant

Die im amerikanischen San Francisco gestartete Kette Eatsa hat an alles gedacht – nur nicht an sehbehinderte Menschen.

Die im amerikanischen San Francisco gestartete Kette Eatsa hat an alles gedacht – nur nicht an sehbehinderte Menschen.

Eine Kundin gibt in New York (USA) in einer Filiale des Roboter-Restaurants Eatsa an einem Tablet-Computer ihre Bestellung ein. (Foto: Johannes Schmitt-Tegge/dpa)

Eine Kundin gibt in New York (USA) in einer Filiale des Roboter-Restaurants Eatsa an einem Tablet-Computer ihre Bestellung ein. (Foto: Johannes Schmitt-Tegge/dpa)

Ein Verband sehbehinderter Menschen verklagt in den USA das Roboter-Restaurant Eatsa, weil Blinde mit dessen Tablet-Computern keine Bestellungen aufgeben können. Dort gehört es zum Geschäftsprinzip, dass Kunden die Quinoa-Salate und andere kleine Speisen in den Filialen am handlichen Rechner bestellen.

Die Kette verlasse sich „auf ausschließlich optische Displays“ und biete in seinen Tablets keine Möglichkeit, Optionen im Menü per Ton ansagen zu lassen oder per Tastsinn auszuwählen, heißt es in der Klageschrift. Eingabehilfen für Blinde sind in Tablets normalerweise vorgesehen, in den speziellen Eatsa-Menüs bisher aber nicht nutzbar.

Restaurants der im amerikanischen San Francisco gestarteten Kette, die inzwischen auch Filialen in New York und Washington betreibt, sind bis auf die Köche voll automatisiert. Fertige Bestellungen stehen griffbereit in einer von mehreren beleuchteten Kammern.

Demnächst auch in Berlin

„Eatsas Design ist blinden Kunden komplett unzugänglich“, schreiben die Anwälte vom Verband American Council of the Blind (ACB) und den Disability Rights Advocates (DRA), die für die Rechte von blinden und sehbehinderten Menschen kämpft, in der Klage vom Donnerstag.

Das Unternehmen verwies in einer Stellungnahme auf Beschäftigte in den Filialen, die jederzeit bei der Bestellung helfen könnten. „Wir bedauern, dass die DRA die Mitarbeiter bei Eatsa nicht einbezogen hat, bevor sie rechtliche Schritte unternommen hat“, teilte Eatsa mit und zeigte sich offen für eine „einvernehmliche“ Lösung.

In Japan sind automatisierte Restaurants, in denen Kunden etwa Sushi oder andere Speisen am Tablet bestellen, schon länger üblich. Auch in Berlin versucht sich ein Restaurant mittlerweile an dem Konzept.

(dpa)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Dani

    28. März 2017 um 23:38

    Mich ärgern solche Gedenkenlosigkeiten und ich dachte, in den USA ist man weiter als hier?
    Ich finde es nur richtig, wenn ein blinder Mensch dasselbe möchte wie ein sehender. Eigenständig (und nicht mit Hilfe der Beschäftigten, wie die Kette angeboten hat) am Terminal wie jeder andere auch. Gerade in so einem High-Tech-Laden sollte das nun wirklich keine Hexerei sein.

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