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Blindenfußballer verhöhnt: DBS verlangt Entschuldigung der taz

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Blindenfußballer verhöhnt: DBS verlangt Entschuldigung der taz

War das eine Satire oder ein Skandal, was die „tageszeitung“ geschrieben hat? Auf jeden Fall war es eine Gurke des Tages.

War das eine Satire oder ein Skandal, was die „tageszeitung“ geschrieben hat? Auf jeden Fall war es eine Gurke des Tages.

Blindenfußballer Robert Warzecha (Screenshot/EinsPlus)

Blindenfußballer Robert Warzecha (Screenshot/EinsPlus)

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hat sich bei der „tageszeitung“ über einen Beitrag beschwert, in dem sich das Blatt „ausgerechnet einen Tag vor dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung“ über Blindenfußballer lustig gemacht habe.

Die taz hatte in ihrer Wochenendausgabe einen Fernsehbeitrag über den Blindenfußballer Robert Warzecha angekündigt „und dabei ihn und seine Sportart verhöhnt“, so der DBS.

DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher verlangte von taz-Chefredakteurin Ines Pohl eine Entschuldigung „bei allen Sehbehinderten und Blinden, nicht nur bei denjenigen, die Sport treiben“.

„Redaktioneller Missgriff“

In seinem Brief an die taz-Chefredaktion schrieb Beucher, dieser „redaktionelle Missgriff“ und die „üble Wortwahl“ stimmten nicht mit dem Anspruch der Zeitung überein, sich gegen Diskriminierungen und für Minderheiten einzusetzen.

Der DBS, der zusammen mit der DFB-Stiftung Sepp Herberger und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV), den Spielbetrieb der Blindenfußball-Bundesliga organisiert, erwarte zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember eine Entschuldigung.

Das stand in der taz

In der Rubrik „Gurke des Tages“ versuchte die taz einen satirischen Beitrag – herausgekommen ist das:
EinsPlus zeigt am Sonntag eine Reportage über „Robert Warzechas Weg in die Blindenfußball-Nationalmannschaft“, wie der Fernsehsender jetzt in einer Pressemitteilung ankündigte. Wer immer auch Robert Warzecha ist, dafür braucht es doch keine Fernsehreportage. Der Weg des blinden Fußballers lässt sich doch auch in wenigen Worten nacherzählen: „Aua, huch, oh, nanu, uups, oje, hoppla, ach, seufz, o weh … Sorry, Schiri. Ich dachte, Sie wären dieser verdammte Torpfosten!“


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9 Kommentare

9 Kommentare

  1. Lothar Epe

    2. Dezember 2013 um 22:15

    Es ist jetzt nicht so,,dass ich bei diesem Beitrag der taz vor Lachen vom Stuhl gefallen wäre. Dafür ist die „Satire“ meines Erachtens zu schwach.

    Andererseits bin ich der Meinung, dass sich der Verband mal ein bisschen locker machen sollte. Mit der Tatsache an sich, Behinderte „in Satire einzubauen“, habe ich wenig Probleme.

  2. Bärbel

    2. Dezember 2013 um 23:10

    Und jetzt? Ich finde die meisten Beiträge hier, die „oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg“ sein sollen, auch sehr merkwürdig. Etwas mehr Gelassenheit tut gut.

  3. Alexander Grundler

    3. Dezember 2013 um 09:39

    Inklusion bedeutet auch, dass man über Menschen mit Behinderung genauso einen satirischen Beitrag machen darf, wie über andere Gruppen unserer Gesellschaft. Da müssen Menschen mit Behinderung einfach noch ein wenig umdenken. Vor allem auch die Verbände welche bestimmte Gruppen vertreten.

  4. Boris

    3. Dezember 2013 um 09:55

    Finde ich zwar nicht lustig, aber das ist halt Satire, man muss nicht alles ernst nehmen.

  5. Karin

    3. Dezember 2013 um 10:45

    Leider fehlt beim DBS der Hinweis, dass es sich bei dem beanstandeten Text um Satire handelt. Deshalb vielen Dank für euren Bericht und den Orginaltext der taz – in diesem Licht erscheint der Vorfall sehr viel weniger skandalös, auch wenn die Satire nur dämlich ist.

  6. Rüdiger

    3. Dezember 2013 um 11:01

    Na, Ich find den taz-Beitrag schon ziemlich daneben. An dem Tag sind doch wohl bestimmt hundert andere Sendungen gelaufen, die sich viel besser für eine „Satire“ geeignet hätten.

  7. Dani

    3. Dezember 2013 um 21:08

    Was ich an dem Text am schlechtesten finde: Der einführende Satz (Wer immer auch Robert Warzecha ist, dafür braucht es doch keine Fernsehreportage) suggeriert, dass eine Reportage über diesen Sportler nicht „lohnt“. Ansonsten finde ich auch, dass man auch das Thema Behinderung zum Gegenstand von Humor und Satire machen darf. Man muss sich aber auch klar machen, dass es ein schmalerer Grad ist, auf dem man sich da bewegt, als bei manch anderen Themen. Dieser Humor bzw. diese Satire darf dann gern etwas anspruchsvoller sein als der wenig amüsante Versuch der taz.

  8. Torald

    4. Dezember 2013 um 14:03

    @Dani, eben das ist falsch, es geht doch gerade darum, dass Behinderte und Nicht-Behinderte gleich behandelt werden. Wenn das der Hans Müller von irgendeinem Dritt-Liga-Verein gewesen wäre, würde der Text ohhnehin niemanden interessieren. Finde den Text jetzt auch kein Glanzstück, aber das sich der DBS da einschaltet riecht für mich nach Stellvertreter-Mentalität, frei nach dem Motto, der Blinde ist zu doof, um sich selbst zu wehren.

  9. Dani

    4. Dezember 2013 um 19:51

    Torald: ich möchte auch gleich behandelt werden. Ich will nur kurz erläutern, was ich mit dem schmaleren Grat meine. Man weiß nie ganz genau, wie das Gegenüber zu seiner Behinderung steht. Hätte mich kurz nach Eintritt meines Querschnitts jemand, den ich nicht kenne, aufgrund der Behinderung zum Gegenstand von Humor und Satire gemacht, hätte es mich ziemlich getroffen. Ich habe den QS als Defizit, Mangel, Fehler betrachtet, darunter gelitten. Auch wenn ich das heute gut „vertrage“, bin ich selbst immer vorsichtig, wenn ich denjenigen nicht kenne und nicht einschätzen kann, wie gut er es akzeptiert. Ich würde auch nie jemanden wg. starker Fettleibigkeit oder gemeiner Akne „aufs Korn“ nehmen, weil ich annehme, das die meisten ohnehin schon darunter leiden. Und für mich kommt es auch heute noch darauf an, wer mich zum Gegenstand von Humor oder Satire macht und eben – wie gesagt – auf deren Qualität.

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