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CDU-Politiker vergleicht Homosexuelle mit Blindenführhunden

Gesellschaft & Politik

CDU-Politiker vergleicht Homosexuelle mit Blindenführhunden

Was die „Ehe für alle“ plötzlich mit Menschen mit Behinderung zu tun hat.

Was die „Ehe für alle“ plötzlich mit Menschen mit Behinderung zu tun hat.

Eine echte Rhetorik-Kanone: CDU-Bundestagsabgeordneter Ulrich Petzold. (Foto: DTB/Neumann)

Eine echte Rhetorik-Kanone: CDU-Bundestagsabgeordneter Ulrich Petzold. (Foto: DTB/Neumann)

393 Mal Ja, 226 Mal Nein: Mit diesem Votum hat der Bundestag in der vergangenen Woche mehrheitlich dafür gestimmt, dass auch homosexuelle Paare künftig in Deutschland heiraten dürfen. Politiker der CDU und CSU waren mehrheitlich gegen Hirn für alle die Ehe für alle. 225 der 300 Abgeordneten der Union stimmten gegen den von der SPD, den Grünen und der Linken eingebrachten Vorschlag – einer davon ist (neben Bundeskanzlerin Angela Merkel) der 66-jährige Ulrich Petzold.

Laut Plenarprotokoll vom 30. Juni 2017 sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Wittenberg (Sachsen-Anhalt) bei der namentlichen Abstimmung, dass die Regelung der klassischen Definition von Ehe entgegenstehe. Die „Ehe für alle“ sei eine „reine Beistandsgemeinschaft“.

Petzold weiter:

„Eine Beistandsgemeinschaft besteht zum Beispiel auch, wenn eine Mutter ihr behindertes Kind bis zum Lebensende pflegt. Doch niemand würde auf die Idee kommen, dieses als Ehe zu bezeichnen.“

Die Sache mit der Beistandsgemeinschaft

Der Diplomingenieur, der für seine Partei bereits seit 1990 im Bundestag sitzt, führte weiter aus:

„Eine Beistandsgemeinschaft besteht auch zwischen einem Blindenhund und dem Hilfsbedürftigen. Selbstverständlich besteht eine Beistandsgemeinschaft auch zwischen einem nach Deutschland eingereisten Muslim mit einer Hauptfrau und mehreren Nebenfrauen.“

Die Zitaten wurden nun bekannt, nachdem das Schwulen- und Lesbenmagazin „queer“ das vom Bundestag veröffentlichte Protokoll näher angeschaut und einige der 80 persönlichen Erklärungen von Abgeordneten zur Ehe für alle veröffentlicht hat.

Es sei respektlos, schwule und lesbische Beziehungen mit der Beziehung zu Blindenführhunden gleichzusetzen, sagte der Geschäftsführer der Aids-Hilfe Sachsen-Anhalt, Sven Warminsky, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Magdeburger Landtag, Eva von Angern, bezeichnete den Vergleich als „zutiefst entwürdigend und geschmacklos.“

Auf der Webseite des Deutschen Bundestages erfahren wir: „Ulrich Petzold hatte in der Partei schnell den Ruf eines hervorragenden Rhetorikers und immer, wenn es im Herbst 1989 und in den folgenden Monaten galt, auf Podien, Demonstrationen oder auf Versammlungen frei zu sprechen, stand Ulrich Petzold am Mikrofon. ,Ich arbeitete damals als Dozent und war es gewohnt, vor Menschen zu sprechen. Ein Redekonzept brauchte ich nie‘, sagt Ulrich Petzold.“

(RP)

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8 Kommentare

8 Kommentare

  1. Frank Gutzeit

    6. Juli 2017 um 17:32

    Ich bin dafür, dass wir CDU Politiker mit außer irdischen vergleichen!

  2. Sabine Schaetzle

    6. Juli 2017 um 17:35

    Ja. Die CDU darf noch ein paar Monate so weiter machen, dann haben wir viele Probleme weniger.

    • Anja Spangenberg

      6. Juli 2017 um 18:00

      Ich befürchte aber das im September einige schon wieder vergessen haben was jetzt gesagt und wie abgestimmt wurde.

    • Andreas Michel

      7. Juli 2017 um 00:49

      Die meisten Wähler haben entweder Amnesie oder leiden unter dem Stockholm-Syndrom, daß sie immer wieder CDU/CSU und SPD wählen.

  3. Birgit Schneider

    6. Juli 2017 um 19:44

    „Eine Beistandsgemeinschaft besteht zum Beispiel auch, wenn eine Mutter ihr behindertes Kind bis zum Lebensende pflegt. Doch niemand würde auf die Idee kommen, dieses als Ehe zu bezeichnen.“

    So ein Schwachsinn! Natürlich führen wir keine Ehe mit unseren Kindern! Und wichtig ist, : ob behindert oder nicht. So ein Schwachsinn kann nur die Politik ohne wirkliche Erfahrungswerte von sich geben! Soll jeder heiraten – oder nicht – wen er will! Zum Glück gibt es in den Parteien ja keine Homosexuellen!

    • Uwe Gröling

      7. Juli 2017 um 09:05

      Wer weiß es schon, vielleicht sind da welche und wollen nur nicht zugeben

  4. Vera

    6. Juli 2017 um 23:03

    Wie kann man das vergleichen??!!! Ich weiß nicht, mit wem ich grad mehr Verständnis hab – aber ich bin weder Hund noch MigrantIn noch Homosexuell, aber behindert (durch andere) – und will ihn niederfahren für den Vergleich für alle!!

  5. Anja Spangenberg

    7. Juli 2017 um 18:03

    Da fällt mir nicht mehr zu ein. Nur kopfschütteln.

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