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„Clothing the Gap“: Neue Mode für Rollstuhlfahrer/innen

Lifestyle & Fashion

„Clothing the Gap“: Neue Mode für Rollstuhlfahrer/innen

Studierende der Universität Mannheim arbeiten an einem neuen Label, das nicht nur Menschen mit Behinderung helfen soll.

„Clothing the gap“: Projektbesprechung in Mannheim (Foto: Ford-Werke GmbH)

„Clothing the gap“: Projektbesprechung in Mannheim (Foto: Ford-Werke GmbH)

Studierende der Universität Mannheim (Baden-Württemberg) gehören mit ihrem Projekt „Clothing the Gap – Style without Borders“ zu den drei Gewinnern der diesjährigen Ford College Community Challenge. Der Autobauer unterstützt mit seinem Wettbwerb Campus-Initiativen zum Thema „Aufbau einer nachhaltigen Gesellschaft“. „Gap“ ist das englische Wort für Lücke, Abstand, Kluft oder Unterschied.

Ziel von „Clothing the Gap“, das seit kurzem unter dem Label „Herzblau“ auftritt: Kleidung, die an die Bedürfnisse von Menschen im Rollstuhl angepasst und dabei gleichzeitig funktional, modisch und erschwinglich ist. In Zusammenarbeit mit ihrem Kooperationspartner „Pilgerhaus Weinheim“ baut das Projektteam momentan eine inklusive Schneiderwerkstatt auf, in der gelernte Schneider aus Syrien die Kleidungsstücke produzieren werden. Zudem wird in diesem Monat der Prototyp einer Hose für Rollstuhlfahrer finalisiert, der ab Mai in die Produktion und den Verkauf gehen soll. Ein magnetischer Verschluss, spezieller Bund und ein langer Reißverschluss gehören zu den Besonderheiten der neuen Beinkleidung.

Doppelnutzen

Die Psychologiestudentin Jana Sohm berät die Macher/innen des Projekts „Clothing the Gap“. (Foto: Clothing the Gap/Instagram)

Die Psychologiestudentin Jana Sohm berät die Macher/innen des Projekts „Clothing the Gap“. (Foto: Clothing the Gap/Instagram)

Das Projekt hat, so betonen die Initiatoren, einen gesellschaftlichen Doppelnutzen: Zum einen erleichtert die Tätigkeit Geflüchteten die Integration in das Leben in Deutschland, da sie in ihrem gelernten Beruf arbeiten können. Zum anderen soll Menschen im Rollstuhl eine genau auf ihre Bedürfnisse angepasste Bekleidung angeboten werden, die modisch attraktiv ist und aus hochwertigen Stoffen in Deutschland produziert wird. 1,6 Millionen Rollstuhlfahrer/innen haben die Studierenden als Zielgruppe ausgemacht.

Der Trägerverein Enactus Mannheim e.V. beschreibt seine ehrgeizige Vision so:

„Langfristig möchten wir uns zu einem bekannten Modelabel mit mehreren Produktlinien für Menschen mit und ohne Behinderung entwickeln. Dabei werden wir die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten dazu befähigen, vielseitige Aufgaben übernehmen zu können, damit sie sich optimal weiterentwickeln. Die individuelle Förderung der Menschen mit Behinderung ist hierbei eines unserer Kernanliegen. Die Geflüchteten, die in unserem Unternehmen arbeiten, sollen zusätzlich zu den handwerklichen Fähigkeiten ebenso in betriebswirtschaftlichen Bereichen geschult werden, damit sie sich langfristig eigenständig in der Geschäftsführung unseres Unternehmens beteiligen können.“

Werkzeug und Muster in der Schneiderei. (Foto: Herzblau)

Werkzeug und Muster in der Schneiderei. (Foto: Herzblau)

Das Projekt ermöglicht dem Flüchtling Bashar eine sinnvolle Arbeit, die seiner Qualifikation gerecht wird. (Foto: Herzblau)

Das Projekt ermöglicht dem Flüchtling Bashar eine sinnvolle Arbeit, die seiner Qualifikation gerecht wird. (Foto: Herzblau)

Schneidermeisterin Elke Burmeisterin (Foto: Herzblau)

Schneidermeisterin Elke Burmeisterin (Foto: Herzblau)

„Clothing the Gap“ ist im Internet unter Herzblau.com zu erreichen, präsent bei Facebook und Instagram und kann kontaktiert werden per Mail info@clothing-the-gap.de oder telefonisch unter der Nummer 0151/22608113.

(RP/PM)

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8 Kommentare

8 Kommentare

  1. Carl Gerhardt

    18. April 2018 um 14:15

    habe ich nie verstanden. Warum braucht man extra Kleidung als Rollstuhlfahrer? Okay ich kann keine Langmänntel tragen so what. Ich verstehe die Problematik nicht

  2. Barbara Maus

    18. April 2018 um 15:14

    Carl, wenn du einen normalen Körperbau hast und dich gut bewegen kannst, dann bist du gut dran. Es gibt aber behinderte Menschen, die die Arme nicht bewegen können, da sind Pullover mit Reißverschlüssen an den Ärmeln sinnvoll. Hosen, die man im Sitzen leichter an- und ausziehen oder zum Katheterisieren weit öffnen kann, Jacken mit leicht zu bedienenden Druckknöpfen oder Reiß-, Klettverschlüssen, Hemden mit Magneten statt Knöpfen… da gibt es eine Menge, was ich toll finde. Zum Beispiel sind Hosen für Rollifahrer hinten höher und vorne niedriger geschnitten wegen der Sitzhaltung. Ich brauche auch keine spezielle Kleidung, muss aber auf verschiedene Dinge achten. So kaufe ich weite Jeans mit Gummibund, die sitzen einfach besser. Jacken und Hosen dürfen bei mir hinten keine dicken Nähte, Verzierungen, Schnüre oder sowas haben. Erstens sieht man es sowieso nicht, zweitens würde ich davon Druckstellen bekommen. Also alles schön glatt.

  3. Barbara Maus

    18. April 2018 um 15:17

    Der Minister Wolfgang Schäuble sollte sich mal beraten lassen, ich meine immer, die Anzüge, die er trägt, gehören ihm nicht. Da sitzt gar nichts. Ich trage z.B. keine Blusen oder Blazer aus Stoff, sondern nur T-Shirts und bequeme Jacken, die meine Bewegungen mitmachen und meine nicht so tolle Figur nicht noch unvorteilhafter aussehen lassen.

  4. Barbara Maus

    18. April 2018 um 15:19

    Hoffentlich werden auch große Größen hergestellt. Komischerweise sieht man bei der Präsentation von Rollimode immer schlanke Models, wo man sich fragt, warum sie spezielle Kleidung brauchen. Zeigt doch mal die Menschen, für die die Sachen gemacht werden!

  5. Dorothea Isserstedt

    19. April 2018 um 07:34

    Wir haben schon lange Kummer mit Mode….besonders betrifft es seit 2-3Jahren meinen Mann. Er ist Spastiker. Keine Jeans sitzt mehr richtig, nur noch Jogginghosen halten,alles andere droht zu rutschen. Was macht man da, wenn man sich keine Schneiderhose leisten kann ? Eine professionell genähte Hose sollte 600€ kosten, wobei ich weiss, es ist gerechtfertigt bei der vielen Handarbeit.

    • Uwe Schneider

      19. April 2018 um 07:38

      Schau mal meinen Kommentar weiter unten. Mich kostet die Änderung max. 50€.

  6. Uwe Schneider

    19. April 2018 um 07:37

    Hallo. Ich benötige Bein-Prothesen. Dafür lasse ich mir meine Hosen vom Schneider individuell mit langen Reißverschlüssen versehen und die Taille abnähen, weil ich breiter ausgestellte Hosenbeine benötige, aber die Taille zwei Nummern kleiner.

    Entwickelt so etwas mal in „neu“.

  7. Dorothea Isserstedt

    19. April 2018 um 09:58

    Uwe , det wäre in der Tat eine Idee, die wir brauchen könnten. Dankeschön.

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