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Da freuen sich Mörder: Jede zweite Todesbescheinigung (in Berlin) ist fehlerhaft

Berlin

Da freuen sich Mörder: Jede zweite Todesbescheinigung (in Berlin) ist fehlerhaft

Experte fordert Leichenschaukurse für Ärzte.

Experte fordert Leichenschaukurse für Ärzte.

Tatort Leichenhalle: Viele Morde werden nicht erkannt

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Etwa jede zweite Todesbescheinigung in Berlin weist Fehler auf. „Der Hauptgrund dafür, dass nachweislich 50 Prozent der Diagnosen auf den Todesbescheinigungen falsch sind, ist mangelhafte Kenntnis und oft auch fehlende Erfahrung der leichenschauenden Ärzte“, sagt Prof. Michael Tsokos, Leiter der Charité-Rechtsmedizin. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa fordert er daher, Leichenschau-Kurse als Fortbildung für all jene Ärzte verpflichtend zu machen, die Leichenschauen durchführen. Hierfür seien die Ärztekammern gefragt.

Jährlich sterben in Berlin etwa 32.000 Menschen. „Nur etwa sieben Prozent der Verstorbenen untersuchen wir in der Rechtsmedizin“, sagte Tsokos. Etwa jedes zweite Tötungsdelikt in Deutschland bleibe durch eine schlechte Leichenschau unentdeckt, sagt er und beruft sich auf eine Multicenterstudie.

Schlechtes Licht…

Gründe? „Vielleicht ist das Licht schlecht oder der Arzt möchte im Beisein der trauernden Angehörigen die Leiche nicht ausziehen, umdrehen und gründlich untersuchen.“ Aber nicht nur im Verbrechensfall könne dies auf die falsche Spur führen. „Auch unsere Statistiken zur Todesursache durch Krebs- oder Herz-Kreislauferkrankungen werden dadurch verfälscht“, sagt Tsokos.

Die in der bundesweiten Studie belegte 50-Prozent-Fehlerrate bei den Todesursachen gelte auch für den Stadtstaat Berlin, sagte der Rechtsmediziner. „Das heftigste Beispiel hatte ich vor zwei Wochen – ein Leichnam mit zig Messerstichen im Brustraum, bei dem der Notarzt einen natürlichen Tod diagnostiziert hatte.“

Auch in Brandenburg ist das Problem bekannt. Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) kündigte jüngst an, gemeinsam mit dem Land Berlin eine Studie in Auftrag zu geben, um die Ärzte künftig besser zu qualifizieren. Denkbar wäre auch die Einführung einer Meldepflicht bei „bestimmten Auffindsituationen“, sagte Tack. Eine Stellungnahme aus der Berliner Gesundheitssenatsverwaltung war zunächst nicht zu bekommen.

(dpa)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Uschi Bahr

    9. Juni 2014 um 21:26

    Das wäre wirklich wichtig

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