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Das Inklusionsfoto des Jahres: Wir lassen keinen außen vor

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Das Inklusionsfoto des Jahres: Wir lassen keinen außen vor

Weil ein Rollstuhlfahrer bei einem Konzert nicht auf die Bühne schauen konnte, trug ihn die Menge nach vorne – über alle Köpfe hinweg.

Weil ein Rollstuhlfahrer bei einem Konzert nicht auf die Bühne schauen konnte, trug ihn die Menge nach vorne – über alle Köpfe hinweg.

Für uns schon jetzt eines der Bilder des Jahres: Der Rollifahrer Maurice Amacher wird von der feiernden Masse hoch gehoben und in die erste Reihe vor der Bühne getragen (Foto: Nico SKGZ/zvg)

Für uns schon jetzt eines der Bilder des Jahres: Der Rollifahrer Maurice Amacher wird von der feiernden Masse hoch gehoben und in die erste Reihe vor der Bühne getragen. (Foto: Nico SKGZ/zvg)

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Die „Berner Zeitung“ schrieb von einem „magischen Moment“, im Web löst das Bild derzeit eine Welle der Begeisterung aus – und ist hoffentlich für den einen oder anderen eine Anregung, wie Inklusion funktioniert: Nicht lange fackeln, sondern einfach anpacken. Wir lassen niemanden außen vor.

Auf dem Royal Arena Festival, einem der größten Hip-Hop-Festivals der Schweiz, erlebte der Rollstuhlfahrer Maurice Amacher am Freitagabend im Römerareal in Orpund eine Situation, die viele von uns kennen: Tolles Konzert, tolle Stimmung – nur zu dumm, dass Du nichts von der Bühne siehst, weil jeder, der vor Dir steht, größer ist als Du.

Von hinten bis in die erste Reihe

Es geschah beim letzten Act, als die neun Rapper von Wu-Tang Clan mit ihren Bässen und Beats vor rund 7000 Besuchern loslegten. Amacher steckte irgendwo in der bebenden Masse fest und sah nichts außer Hinterteile. „Plötzlich hoben mich einige Menschen hoch“, erinnert sich der 22-Jährige, „und begannen, mich über die Köpfe hinwegzuheben.“ Zwanzig Meter weit trug die feiernde Menge den Rollstuhlfahrer von hinten bis in die erste Reihe vor die Bühne.

„Unglaublich, unvergesslich, ein einzigartiges Gefühl“, beschreibt Amacher diesen Moment. „Das war der Ritt meines Lebens.“ Der Luzerner wurde zum Star des Festivals: Vom Moment des Stagedivings an kannten ihn die Menschen und sprachen ihn an, fotografierten und filmten ihn. Auf Facebook begann dann eine Like-Epidemie.

Lasst uns Party machen

Nicolas Dähler, Organisator des Festivals, freut sich: „Dieses Foto wird allen Menschen Mut machen, die wie Maurice im Rollstuhl sitzen. Weil das noch lange nicht heißt, dass man deshalb nicht feiern und ein gutes Leben führen kann.“

In unserer Sportszene ist Amacher übrigens kein Unbekannter: Der Rollstuhlbasketballer ist Schweizer Nationalspieler. Als einjähriges Baby wurde er von einem Auto überfahren und brach sich dabei den Rücken. Diagnose: inkomplette Paraplegie.

(RP)

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10 Kommentare

10 Kommentare

  1. Gisela Moser

    27. August 2013 um 20:12

    Das ist kein Einzelfall! Beim Taubertalfestival ist genau das Gleiche passiert. Den Link zum supergenialen Pressefoto schicke ich mit:
    http://www.mainpost.de/ueberregional/dailyx/Taubertal-Festival-Haende-hoch;art984,7620959,C::cme418154,5392105

  2. Rollingplanet

    27. August 2013 um 20:23

    Super, Danke!

  3. Andrea Bröker

    28. August 2013 um 01:06

    Klasse!

  4. Christian

    28. August 2013 um 06:23

    Wirklich tolles und gelungenes Beispiel von spontan Inklusion.

  5. Tobias

    28. August 2013 um 10:41

    Da muss man ja als Rolli künftig gut angeschnallt sein, wenn man aufs Konzert geht 🙂

  6. Regina Stahl

    28. August 2013 um 13:02

    Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte!

  7. Almuth Weishaupt

    30. August 2013 um 17:18

    So muß das sein,absolut klasse diese Aktion.
    Es gibt also doch noch Menschen die im richtigen Moment richtig handeln , Suuuuper !!!

  8. Michael Heil

    4. September 2013 um 10:06

    Megageil! das ist Inklusion ; ))

  9. Norbert Steidl

    4. September 2013 um 10:33

    1A 🙂 !

  10. Rehability Reha-Fachhandel GmbH & Co. KG

    5. September 2013 um 11:35

    das sollte man mal ausprobieren….; )

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