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Das nennt man wohl Raben-Eltern: Tausche Hamburger gegen behinderten Sohn

Hamburg

Das nennt man wohl Raben-Eltern: Tausche Hamburger gegen behinderten Sohn

Kann man doch verstehen: Vater und Mutter wollten nach dem Mittagessen in Ruhe einkaufen gehen.

Kann man doch verstehen: Vater und Mutter wollten nach dem Mittagessen in Ruhe einkaufen gehen.

Hamburger Hauptbahnhof

Hamburger Hauptbahnhof

Die Eltern eines Siebenjährigen haben ihren sowohl körperlich als auch geistig behinderten Sohn alleine in einem Schnellrestaurant am Hamburger Hauptbahnhof zurückgelassen. Dies meldet die „Welt“. Der Vorfall ereignete sich gestern Nachmittag.

Nachdem ein Mitarbeiter des Restaurants Alarm geschlagen hatte, suchte die Polizei per Lautsprecherdurchsage nach den Eltern. Diese erschienen kurz darauf und erklärten, sie hätten ihr Kind aufgrund der „gesundheitlichen Einschränkungen“ nicht mitnehmen können.

Die Polizei wies den Vater eindringlich auf das Fehlverhalten hin, der 40-Jährige zeigte sich allerdings laut dem Bericht wenig einsichtig. Der Junge wurde in die Obhut der Eltern übergeben, zudem wurde das Jugendamt schriftlich über den Vorfall informiert. Und da weiß man ja, fürchtet ROLLINGPLANET, was passiert: Oft nichts.

Gefährliches Pflaster

Für siebenjährige behinderte Jungs scheint der Hamburger Bahnhof (mit fast einer halben Million Reisenden und Besuchern pro Tag der meistfrequentierte in Deutschland) offensichtlich kein besonders gutes Pflaster zu sein: Erst vor drei Wochen, am 25. April, hatte dort eine Mutter ihren Sohn (kognitive Beeinträchtigung) aus den Augen verloren.

Im Gegensatz zu den aktuellen Raben-Eltern wollte die Mama ihren Kleinen aber gleich wieder zurückhaben. Dank eines aufmerksamen Zugführers, der den Siebenjährigen entdeckte, gelang das, wie das „Hamburger Abendblatt“ schrieb.

ROLLINGPLANET fragt sich: Kann man Behinderte nicht einfach in den Briefkasten werfen oder verschenken? (Noch besser wäre ja: verkaufen.) Gibt es eigentlich Finderlohn für Behinderte? Fragen über Fragen, über die wir uns alle mal ernsthaft Gedanken machen sollten.

(RP, Foto: Wikipedia/Sterilgutassistentin. GNU General Public License)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Andrea Bröker

    14. Mai 2013 um 09:28

    Ui, ein arg zynischer Bericht…

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