Kontaktieren Sie uns

Rollingplanet | Portal für Menschen mit Behinderung

Der besonders traurige Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung in Sachsen-Anhalt und Sachsen

Bildung & Berufsleben

Der besonders traurige Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung in Sachsen-Anhalt und Sachsen

450-Millionen-Euro-Ausgleichszahlungen statt Job-Angebote in drei Ost-Bundesländern.

Sachsen (hier die Landeshauptstadt Dresden) und Sachsen-Anhalt sind bundesweit die Schlusslichter, was die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt anbelangt.  (Foto: Shutterstock)

Sachsen (hier die Landeshauptstadt Dresden) und Sachsen-Anhalt sind bundesweit die Schlusslichter, was die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt anbelangt. (Foto: Shutterstock)

In den vergangenen zehn Jahren haben Firmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rund 453 Millionen Euro sogenannter Ausgleichsabgabe gezahlt, weil sie nicht ausreichend Menschen mit Behinderung beschäftigen. Das geht aus einer MDR-Umfrage unter den zuständigen Ministerien und Behörden hervor. In Sachsen wurden demnach von Unternehmen zwischen 2008 und 2017 fast 222 Millionen Euro abgeführt, in Sachsen-Anhalt etwa 135 Millionen Euro und in Thüringen rund 96 Millionen Euro.

Um Nachteile behinderter Menschen im Arbeitsleben auszugleichen, hat der Gesetzgeber eine Schwerbehindertenquote eingeführt. Arbeitgeber mit 20 Mitarbeitern und mehr sind gesetzlich verpflichtet, fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten oder Gleichgestellten zu besetzen. Geschieht das nicht, muss ein Ausgleich an die Integrationsämter gezahlt werden. Als schwerbehindert gilt, wer mit einem Behinderungsgrad von 50 und mehr beeinträchtigt ist. Anrechenbar sind auch auf Antrag gleichgestellte Menschen mit einem Behinderungsgrad ab 30.

In Sachsen-Anhalt und Sachsen verfehlten die Unternehmen die Fünf-Prozent-Quote mit 3,5 und 4,1 Prozent (Stand 2016). In beiden Ländern sind die Arbeitgeber damit bundesweit die Schlusslichter, was die Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt anbelangt. Thüringen rangiert mit 4,4 Prozent im Mittelfeld. 2016 beschäftigten in Sachsen 3.182 von 8.272 Betriebe mit 20 und mehr Mitarbeitern ausreichend Menschen mit Behinderung, in Sachsen-Anhalt 2.690 von insgesamt 5.371 und in Thüringen 2.065 von 4.616.

Im Westen ist es vielfach auch nicht besser – wie ROLLINGPLANET jüngst berichtete, halten sich selbst Ministerien und Behörden in Baden-Württemberg erneut nicht an die gesetzlich vorgeschriebenen 5 Prozent.

(RP/PM)

Wir sind geil aufs Leben, seriös, oft fröhlich und ironisch, manchmal schräg, hin und wieder ungerecht, aber in den seltensten Fällen ideologisch: ROLLINGPLANET, Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde. ROLLINGPLANET ist ein ehrenamtlich realisiertes Non-Profit-Projekt. Wir freuen uns, wenn Sie via Facebook, Twitter oder per Mail ROLLINGPLANET empfehlen. Mehr Infos: Über uns

Diesen Beitrag kommentieren

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiter(sc)rollen – Thema: Bildung & Berufsleben

Wir machen ROLLINGPLANET:

Neueste Beiträge

Top-Themen

Das Aufreger-Thema

Eine(r) von uns

Kristina Vogel bei der Verleihung der "Sport Bild"-Awards in Hamburg.

Eine(r) von uns

„Geht raus, traut euch!“

Von 21. August 2019

Gesellschaft & Politik

Am häufigsten gelesen

Neueste Kommentare

Aufzug