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Der Körper als Quelle von Lust und Frust

Kultur & Medien

Der Körper als Quelle von Lust und Frust

Das Sommerblut-Kulturfestival vom 5. bis 21. Mai 2018 baut sein barrierefreies Angebot aus. ROLLINGPLANET nennt die Höhepunkte.

Das Sommerblut-Festival präsentiert „ALL IN – Ästhetik und Methoden der inklusiven Darstellenden Künste“ am 8. Mai 2018 im Kölner Comedia Theater. (Foto: Meyer Originals, www.meyeroriginals.com)

Das Sommerblut-Festival präsentiert „ALL IN – Ästhetik und Methoden der inklusiven Darstellenden Künste“ am 8. Mai 2018 im Kölner Comedia Theater. (Foto: Meyer Originals, www.meyeroriginals.com)

In der 17. Ausgabe des Sommerblut-Festivals der Multipolarkultur in Köln dreht sich alles um den Schwerpunkt „Körper“. Das Festival greift das Thema in allen Formen der Kunst auf. Ob groß oder klein, jung oder alt, schön oder hässlich, perfekt oder unvollständig – in Tanz- und Theateraufführungen, Ausstellungen und Musik zeigt Sommerblut den Körper als Quelle von Lust und Frust.

Das Sommerblut Kulturfestival hat die Barrierefreiheit seiner Webseite weiter verbessert. Außerdem wurde die Anzahl der Veranstaltungen mit Angeboten zur Barrierefreiheit erhöht. Sommerblut bietet dieses Jahr bei insgesamt elf Produktionen Audiodeskription und/oder Gebärdensprachübersetzung an. Zum ersten Mal wird es für ausgewählte Veranstaltungen im Anschluss an die Aufführungen moderierte Publikumsgespräche mit den Künstlern – zum Teil auch mit Gebärdensprachübersetzung – geben.

Schwerpunkte bei der Auswahl der barrierefreien Veranstaltungen lagen besonders auf ungewöhnlichen Formaten wie „Drugland“ – einen geführten Rundgang rund um den Kölner Neumarkt – sowie auf besonderen Gastspielen wie „Fucking Disabled“ (ein Abend über Lust, Schönheit und Begegnung jenseits der Norm. Es geht um unverkrampften Genuss, überflüssige Tabus und die Freude an der sexuellen Freiheit sowie darum, dass Sexualität mit Behinderung viel normaler ist, als Menschen ohne Behinderung meinen) und „Ein Bericht für eine Akademie“ (mit Samuel Koch).

Das barrierefreie Angebot

Die Eröffnung am 5. Mai im Comedia Theater Köln wird sowohl mit Audiodeskription unterstützt als auch in Gebärdensprache und einfache Sprache übersetzt.

Das internationale Symposium ALL IN am 8. Mai wird unterstützt durch Kommunikationsassistenten für Menschen mit Lernbehinderung, Gebärdensprachübersetzung und Simultanübersetzung Englisch-Deutsch.

„Ich, Woyzek“ am 8. Mai im Orangerie Theater wird ebenfalls durch Gebärdensprachübersetzung unterstützt, und für die Literaturoper im Urania Theater wird am 11. Mai Audiodeskription angeboten. Für „Fucking Disabled“ bietet das Festival am 12. Mai Gebärdensprachübersetzung für die Vorstellung und für das anschließende Publikumsgespräch.

Samuel Koch (l.) und Schauspielerkollege Robert Lang (r.) haben einen Abend entwickelt über den schmalen Grat zwischen Mensch und Tier. In dem Bericht eines Affen über seine Menschwerdung loten die Darsteller die Grenzen unseres Mensch-Seins aus und präsentieren in eindrucksvollen Szenen innere Zwiegespräche über die dünne Schicht dessen, was wir Zivilisation nennen. (Foto: Georg Pöhlein)

Samuel Koch (l.) und Schauspielerkollege Robert Lang (r.) haben einen Abend entwickelt über den schmalen Grat zwischen Mensch und Tier. In dem Bericht eines Affen über seine Menschwerdung loten die Darsteller die Grenzen unseres Mensch-Seins aus und präsentieren in eindrucksvollen Szenen innere Zwiegespräche über die dünne Schicht dessen, was wir Zivilisation nennen. (Foto: Georg Pöhlein)

Zwischen zwei und 200 Mal am Tag lügen wir – abhängig davon, was man unter einer Lüge versteht: Unwahrheiten, Postfakten, Übertreibungen, Auslassungen, Höflichkeiten, Redefloskeln. Aber wie kann man eine Lüge erkennen? Unterlaufen Gestik und Mimik das gesprochene Wort?  Um der Konstruktion von Wahrheit auf die Spur zu kommen, treffen in „Luegen“ eine hörende und eine gehörlose Schauspielerin aufeinander: Wiebke Puls, Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele, und Kassandra Wedel mit ihrer ersten Arbeit an den Münchner Kammerspielen. (Foto: Franz Kimmel)

Zwischen zwei und 200 Mal am Tag lügen wir – abhängig davon, was man unter einer Lüge versteht: Unwahrheiten, Postfakten, Übertreibungen, Auslassungen, Höflichkeiten, Redefloskeln. Aber wie kann man eine Lüge erkennen? Unterlaufen Gestik und Mimik das gesprochene Wort? Um der Konstruktion von Wahrheit auf die Spur zu kommen, treffen in „Luegen“ eine hörende und eine gehörlose Schauspielerin aufeinander: Wiebke Puls, Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele, und Kassandra Wedel mit ihrer ersten Arbeit an den Münchner Kammerspielen. (Foto: Franz Kimmel)

Der Speakers Corner für gehörlose Menschen im Rahmen des Happenings „Ehrenfeld. Ein Körper“ am 13. Mai wird begleitet von Gebärdensprachübersetzung. Der Speakers Corner bietet gehörlosen Menschen die Möglichkeit, über Dinge zu sprechen, die ihnen wichtig sind und die sie in unserer Gesellschaft verändert werden sollten. Wer Interesse an der Teilnahme hat, kann sich an Louise Bednarz, Mail: l.bednarz@bueze.de, wenden.

Für die Tanzperformance „Carne Vale“ von Ben J. Riepe sowie für „Lügen“ der Kammerspiele München am 17. Mai, den Doppelabend „Ein Bericht für eine Akademie/Tell me where it is“ am 19. Mai und „Clash – Köper der Kulturen“ am 20. Mai werden die an die Aufführung anschließenden Publikumsgespräche durch Gebärdensprachübersetzung unterstützt.

„Drugland“ bietet im Anschluss an alle Aufführungen ein Publikumsgespräch an und zusätzlich zur Aufführung am 13. Mai Gebärdensprachübersetzung und Audiodeskription.

Im Anschluss an die Tanztheaterproduktion Mein Schloss zum Thema Autismus wird es am 17. Mai im Orangerie Theater ein moderiertes Publikumgsgespräch geben, ebenso wie zur multidisziplinären Aufführung „Crotch“ der mallorquinischen Companie Baal in der Tanzfaktur am 19. Mai.

Finale mit „Mad Pride“

Zum vierten Mal geht es zum Abschluss des Kulturfestivals mit der „Mad Pride“ zum Kulturfinale auf Odonien. Die Mad Pride wendet sich gegen Diskriminierung und lebt Inklusion mit fröhlich bunt verrücktem Eigensinn. Mit viel Musik von Stephan Brings, Buntes Herz, Tomé Tivane, den Tsazikenund der Poesieinstallation Armdichten feiern dann alle zusammen das Kulturfinale. Die Veranstaltung wird in Gebärdensprache übersetzt.

Das komplette Programm gibt es auf www.sommerblut.de.
Tickets zu allen Veranstaltungen: www.sommerblut.de, www.koelnticket.de und im Vorverkauf der einzelnen Spielstätten.

(RP/PM)

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