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Dicke Oberschenkel, großes Herz: Der Star, der wegen den Paralympics auf Olympia verzichtet

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Dicke Oberschenkel, großes Herz: Der Star, der wegen den Paralympics auf Olympia verzichtet

Warum die Entscheidung von Bahnradsprinter Robert Förstemann für den Behindertensport ein Meilenstein ist.

Rad-ProfiRobert Förstemann is t vor allem für seine kräftigen Oberschenkel bekannt, die er einem fehlenden Enzym verdankt. (Foto: EPA/ANTHONY ANEX)

Rad-Profi Robert Förstemann ist vor allem für seine kräftigen Oberschenkel bekannt, die er einem fehlenden Enzym verdankt. (Foto: EPA/ANTHONY ANEX)

Bahnradsprinter Robert Förstemann galt als Medaillen-Kandidat für Olympia 2020 in Japan. Dennoch tritt er stattdessen lieber bei den Paralympis an. Der 33 Jahre alte Olympia-Dritte von London 2012 im Teamsprint hat sich für einen Neustart im Behindertensport entschieden. Bei der WM am kommenden Samstag in Apeldoorn wird er seine erste Bewährungsprobe mit seinem sehbehinderten Partner Kai Kruse (27) haben. „Ich bin 17 Jahre größtenteils Einzelkämpfer gewesen, jetzt habe ich noch mal eine andere Herausforderung gesucht und freue mich auf diese Aufgabe“, sagte Förstemann am Montag in Berlin. Das Duo wird künftig auf dem Tandem im 1000-Meter-Zeitfahren an den Start gehen.

Der Berliner Förstemann schied am 31. Dezember 2018 aus dem Bund Deutscher Radfahrer aus und ist seit 1. Januar beim Deutschen Behindertensport-Verband gemeldet. Der Schweriner Kruse holte bei den Paralympics 2012 Silber im Ruder-Vierer und 2016 in Rio de Janeiro Bronze über 1000 Meter auf dem Tandem und will nun als „Guide“ von Förstemann an die Erfolge anknüpfen. „Die deutsche Hymne klingt sehr schön. Und was nach Bronze und Silber kommen soll, ist klar“, sagte er.

Paralympics ernst genommen

Robert Förstemann bei den Olympischen Spielen 2012 in Großbritannien beim Training (Foto: dpa)

Robert Förstemann bei den Olympischen Spielen 2012 in Großbritannien beim Training (Foto: dpa)

Förstemann will mit seinem Schritt auch die paralympische Bewegung stärken. „Eine Medaille bei den Paralympics ist nicht weniger wert als eine Olympia-Medaille“, sagte er. „Wenn wir Gold holen sollten, wäre das also ein größerer Erfolg für mich als Bronze in London im Teamsprint. Die Para-Sportler stecken genau so viel Fleiß und Schweiß in ihren Sport wie die Nicht-Behinderten, das sollte anerkannt werden.“

DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher freute sich über Förstemanns Entscheidung für den Para-Sport. „Die Paralympics sind kein zweitklassiges Olympia. Wenn Leute wie Robert diesen Schritt machen zeigt das, wie der Behindertensport an Attraktivität gewonnen hat und was für eine Herausforderung er ist.“

Partner Kai Kruse (Foto: Webseite von Kai Kruse, http://www.kai-kruse.de)

Partner Kai Kruse (Foto: Webseite von Kai Kruse, http://www.kai-kruse.de)

(RP/dpa)

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