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Die 370.000-Euro-Frage

Gesellschaft & Politik

Die 370.000-Euro-Frage

Über die inzwischen geschasste Geschäftsführerin der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Ein Gastkommentar von Florian Rinke (Rheinische Post)

Roselyne Rogg beim Werktreff 2018 im Juni  (Foto: WfbM Duisburg)

Roselyne Rogg beim Werktreff 2018 im Juni (Foto: WfbM Duisburg)

Roselyne Rogg hat aus der Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung einen Vorzeigebetrieb gemacht. Nach allem, was man bisher weiß, hat sie gute Arbeit geleistet – und dafür mit 370.000 Euro mehr verdient als die Bundeskanzlerin. Ist das zu viel? Moralisch muss sich Rogg die Frage stellen, ob ihre Arbeit wirklich so viel besser war als die ihrer (deutlich schlechter bezahlten) Mitarbeiter.

Da geht es nicht darum, ob etwas juristisch korrekt ist, sondern ob Maß und Mitte gewahrt bleiben. Es ist die gleiche Frage, die sich ein Manager eines Dax-Unternehmens stellen muss, der x-mal mehr verdient als der einfache Arbeiter. Viel wesentlicher ist jedoch das Versagen des Aufsichtsrats. Die Mitglieder wollen nichts von dem Gehalt gewusst haben – dabei wäre genau das ihre Pflicht gewesen.

Und auch der Oberbürgermeister gibt keine gute Figur ab. Er sollte wissen, was die wichtigsten Mitarbeiter der städtischen Töchter verdienen. Doch das Wegsehen scheint in Duisburg Methode zu haben. Nicht nur Rogg verdient fürstlich, auch die Gehälter anderer Vorstände erstaunen angesichts der wirtschaftlichen Lage der Stadt.

(RP/PM)

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Elisabeth Wirthensohn

    13. August 2018 um 13:28

    Seit wann müssen sich Manager, Firmenchefs vorrechnen lassen, ob das Gehalt/Lohn deren Mitarbeiter im Verhältnis zu ihrem Einkommen stimmt? Nur so am Rande.

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