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Die Deutsche Bahn und Horst Frehe – eine Liebesbeziehung wird das wohl nicht mehr

Alltag

Die Deutsche Bahn und Horst Frehe – eine Liebesbeziehung wird das wohl nicht mehr

Bereits zum dritten Mal in kürzester Zeit hat die DB den Sprecherratsvorsitzenden des Deutschen Behindertenrats sprichwörtlich sitzen gelassen.

Deutsche Bahn (Foto: dpa)

Deutsche Bahn (Foto: dpa)

„Gratulation an die Deutsche Bahn zum Hattrick“ – so lautet die humorvolle Überschrift einer Pressemitteilung der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. – ISL. Der Anlass ist allerdings nicht besonders lustig: „Immerhin ist es ihr in den letzten drei Monaten, in denen ISL-Vorstand Horst Frehe als Sprecherratsvorsitzender für den Deutschen Behindertenrat (DBR) unterwegs ist, einmal pro Monat gelungen, ihn sprichwörtlich sitzen zu lassen. Die ISL gratuliert der Deutschen Bahn (DB) zu diesem Hattrick, bei dem es ein Spielender in einer einzigen Halbzeit dreimal schafft, ein Tor zu schießen. Das hat die DB sogar getoppt und den Hattrick bereits im ersten Viertel der Amtszeit von Frehe realisiert.“

„Im Dezember 2018 wurde mir durch eine Fahrtunterbrechung von mehr als drei Stunden in der Kälte auf einem Bahnhof die Übernahme der entstandenen Taxikosten von über 500 Euro verweigert“, erzählt Frehe.

Kompliment an Horst Frehe: Der Mann kann trotz DB noch lachen. (Foto: ISL)

Kompliment an Horst Frehe: Der Mann kann trotz DB noch lachen. (Foto: ISL)

„Im Januar dieses Jahres wurde mir der Einstieg von Bremen nach Berlin verwehrt, da um kurz nach 5 Uhr morgens noch kein Personal am Bahnsteig war, das den Hublift bedienen durfte. Und jetzt im Februar wurde mir die Mitnahme trotz zugesagter Anmeldung seitens der DB verweigert, da kein barrierefreies Abteil am Zug vorhanden war und man mir trotz meiner Aufforderung mich einzuladen, die Einstiegsunterstützung bevormundend ablehnte und mich auf dem Bahnsteig hat stehen lassen.“

Frehe sei halb wütend und halb bewundernd angesichts der Kreativität der DB.

Und welche Überraschung wartet demnächst auf Frehe?

„Als ISL schließen wir uns dem ehrfürchtigen Staunen an und sind wir gespannt, welche Überraschungen sich die DB für die nächsten neun Monate der Amtszeit von Horst Frehe als DBR-Sprecherratsvorsitzenden einfallen lässt. Wir lieben schließlich die Vielfalt“, kommentiert die der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. sarkastisch die Vorgänge. „Auch die Schlichtungsstelle BGG, die beim Bundesbehindertenbeauftragten angesiedelt ist, freut sich bestimmt über die bisher und zukünftig eingereichten Schlichtungsanträge von Horst Frehe, wie die DB es wieder geschafft hat, Frehe unter die Räder kommen zu lassen.“

Dass der Bahn die behinderten Fahrgäste am Herzen liegen, wie es in einer Mitteilung der DB kürzlich hieß, sei angesichts der Aufmerksamkeit, die die DB dem DBR-Sprecherratsvorsitzenden zukommen lässt, unverkennbar: „Noch können Wetten darüber abgeschlossen werden, wie lange die DB ihre erfolgreiche abwechslungsreiche Strategie durchhält, um Horst Frehe als Kämpfer der ersten Stunde und Politikprofi ein ums andere Mal auszubremsen.“

Ärgerlich: Frehe ist nicht alleine auf dieser Welt (mit der Deutschen Bahn).

Porträt Horst Frehe

(Siehe Seiten 152-157)

(RP/PM)

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