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Die falsche Rollstuhlfahrerin des Monats: Dagmar Wöhrl

Ausgwählte Beiträge zur Bundestagswahl 2013

Die falsche Rollstuhlfahrerin des Monats: Dagmar Wöhrl

Weil die CSU-Abgeordnete lieber in den Urlaub wollte als an einer wichtigen Abstimmung teilzunehmen, reichte sie eine vermutlich falsche Krankheitsmeldung ein.

Weil die CSU-Abgeordnete lieber in den Urlaub wollte als an einer wichtigen Abstimmung teilzunehmen, reichte sie eine vermutlich falsche Krankheitsmeldung ein.

Dagmar Wöhrl (Archivfoto 2008)

Dagmar Wöhrl (Archivfoto 2008)

Es ging um die wichtige Frage, ob Deutschland Soldaten und Patriot-Abwehrraketen in die Türkei entsenden soll, und es bestand absolute Anwesenheitspflicht. „Aufgrund einer akuten gesundheitlichen Einschränkung“ könne sie nicht an den namentlichen Abstimmungen im Bundestag teilnehmen, entschuldigte sich die CSU-Abgeordnete Dagmar Wöhrl (56) am 13. Dezember 2012 schriftlich beim Parlamentspräsidenten Norbert Lammert (CDU).

Wohl nicht die ganze Wahrheit, wie die „Süddeutsche Zeitung“ recherchiert hat. Die vermeintlich Schwerkranke flog stattdessen lieber zu einem Urlaub nach Sri Lanka. Bei ihrer Ausrede ertappt, legte die ehemalige Schönheitskönigin nach: Sie habe gar „mit Rollstuhl und Krücken“ in den Ferienflieger steigen müssen, nachdem sie sich seit Monaten mit „massiven Problemen aufgrund eines Betriebsunfalls“ herumgeplagt habe.

Eine wundersame Heilung

Laut „Süddeutsche Zeitung“ liegt der Verdacht jedoch nach, dass während des Flugs eine wundersame Heilung erfolgt sein musste: Während ihrer Auslandsreise, von der sie erst am 6. Januar zurückkehrte und die mehrere Ortswechsel – von Colombo (Sri Lanka) über Bangkok nach Phuket (beide Thailand) – beinhaltete, wurde sie nicht mehr mit Rollstuhl und Krücken gesichtet.

Kleinlaut lässt Wöhrl nun wissen: „Ich bin überzeugt, dass die verpassten Abstimmungen meine fast 20-jährige Arbeit im Deutschen Bundestag nicht beeinträchtigten. Falls ich hierdurch allerdings jemanden verletzt oder enttäuscht haben sollte, tut mir dies aufrichtig leid.“

(RP, Foto: Wikipedia/Sigismund von Dobschütz. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.)

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10 Kommentare

10 Kommentare

  1. Monika Schwaiger

    11. Mai 2013 um 12:51

    Bei der CSU scheint nur noch „falsche Fuffziger“ zu geben! Pfui Teufel!

  2. Konny Marold

    11. Mai 2013 um 13:13

    nicht nur da,…. 🙁

  3. Willi Schroeder

    11. Mai 2013 um 13:29

    CDU, CSU, FDP, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen und die Linke alles Verbrecher, Heimlichtuer und Korruptes Pack …

  4. Jumbo's Handicap-Welt

    11. Mai 2013 um 14:36

    Solche Personen sollten selbst am eigenen Körper spüren, was es heist, ein Körperbehinderung zu haben. Und sich mit Hilfsmittel in der Öffentlichkeit zu recht zu kommen. Viele Abgeordnete haben echt mangelhafte Kompetenzen. Miese Typen.

  5. Sabine Melugin

    11. Mai 2013 um 17:08

    auf dem regulären Arbeitsmarkt wäre das ein Kündigungsgrund, bei den Abgeordneten ist es was? Kein Wunder dass man langsam sauer wird, als Bürger in Deutschland.

  6. Rüdiger Kruck

    11. Mai 2013 um 19:31

    Was kann man denn schon von dieser Art von Politikern erwarten, die den Wähler als Einfaltspinsel ansehen?!

  7. albert

    12. Mai 2013 um 11:49

    Na klar: Alles was in der SZ steht muss ja stimmen, oder? Und auf Politiker schimpfen hat ja auch Tradition.

    Vielleicht sollte man sich ja mal etwas mehr Mühe geben und nachgeplapperte Meldung auch mal hinterfragen?

  8. Erik

    12. Mai 2013 um 12:01

    Wollen Sie den Anfang machen, Albert? Was ließe sich denn hinterfragen?

  9. Michael

    20. Mai 2013 um 11:00

    Das ist ja ein dicker Wauwi. Was passiert mit der Stimme? Welche Auswirkung hat es auf die Wahl? Vielleicht konnte man auch auf andere Weise abstimmen?
    Blaugemacht hat wohl jeder schon mal.
    Aber bei Kriegseinsätzen? Da sollte man vielleicht, …

  10. Biggi

    15. Juni 2013 um 11:27

    Verlogen und dreist-solches Lügenpack sollte nicht mehr gewählt werden
    Artikel 1 Grundgesetz: „Alle Menschen sind gleich“
    (…und MdB sind gleicher“)

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