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Die Paralympics 2012 sind eröffnet

Ausland

Die Paralympics 2012 sind eröffnet

Gleich zum Auftakt wollen heute Kirsten Bruhn, Michael Teuber und andere Stars des Behindertensports ihre ersten Medaillen gewinnen. ROLLINGPLANET nennt die größten deutschen Medaillenchancen und Höhepunkte des ersten Wettkampftages.

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Queen Elizabeth II. hat die Paralympics in London eröffnet. Die britische Monarchin gab am Mittwoch um 23.13 Uhr Ortszeit im ausverkauften Olympiastadion das offizielle Startsignal für die 14. Sommerspiele der Behindertensportler. Bis zum 9. September werden rund 4200 Athleten aus aller Welt um die Medaillen kämpfen. Und das sind die aus deutscher Sicht wichtigsten und aussichtsreichsten Wettkämpfe am Donnerstag (das ZDF sendet von 12.05 bis 15 Uhr):

Schwimmen

Über 100 Meter Rücken kann Kirsten Bruhn, die erfolgreichste deutsche Athletin von Peking 2008, Edelmetall gewinnen. Die bevorzugte Strecke der querschnittsgelähmten Neumünsteranerin ist allerdings die 100 Meter Brust.

Judo

Für die sehbehinderten Zwillingsschwestern Carmen und Ramona Brussig stehen Vorkämpfe und Finals auf dem Programm. In der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm kann Ramona ihre dritte Medaille nach Athen und Peking gewinnen, in der Klasse bis 48 Kilogramm will Carmen erstmals Gold erobern.

Schießen

Manuela Schmermund kann zur Mittagszeit mit dem Luftgewehr den deutschen Startschuss im Medaillenkampf geben. 2004 gewann die Rollstuhlsportlerin in Athen Gold und Bronze, vier Jahre später in Peking Silber. Sie tritt auch noch mit dem Kleinkaliber an.

Radsport

Für den dreimaligen Gold-Gewinner Michael Teuber beginnen die Paralympics mit dem 1000 Meter Zeitfahren. Dies ist nicht seine Lieblingsdisziplin, dennoch will der teilweise gelähmte Bayer vor den Augen von Bundespräsident Joachim Gauck erstmals in diesem Jahr auf dem Treppchen stehen.

Rollstuhlbasketball

Die Herren haben heute um 19 Uhr in der North Greenwich Arena ihr erstes Gruppenspiel und bereits den härtesten Brocken: Es geht gegen Europameiser und Lokalmatador Großbritannien – eine Riesenkulisse ist garantiert.

So war die Eröffnungsfeier

Den ersten Höhepunkt der Eröffnungsfeier erlebten die 62.000 Zuschauer im ausverkauften Olympiastadion gleich zum Party-Auftakt um 20.30 Uhr Ortszeit, als Stephen Hawking auf der Bühne erschien. Der Wissenschaftler führte als Erzähler durch die Feier unter dem Motto „Enlightment – Aufklärung und Erleuchtung“. Wer wäre dafür besser geeignet als der wohl größte Physiker unserer Zeit, der seit 1968 wegen Amyotropher Lateralsklerose (ALS) im Rollstuhl sitzt?

Im Zentrum der Feier stand das kleine Mädchen Miranda, eine Figur von Shakespeare, die mit Hawking das Publikum aufforderte, auf eine virtuelle Reise durch die Historie der Wissenschaft zu gehen.

Die deutsche Delegation reiste mit 150 Sportlern in die britische Metropole. Bei der Eröffnungsfeier folgten der blinden Fahnenträgerin Schulte rund 210 Sportler, Trainer und Betreuer des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) ins Stadion. Auf der Tribüne jubelte auch Bundespräsident Joachim Gauck.

Die Show endete mit dem Song „I am what I am“.

Was Schwimmerin Bruhn über Schwimmerin Schulte sagt

„Ich wünsche mir, dass wir mehr Aufmerksamkeit kriegen und ganz genauso behandelt werden wie Nicht-Behinderte, nicht in Watte gepackt werden“, sagte Schulte vor ihren vierten Spielen. Schwimm-Kollegin Kirsten Bruhn freute sich für Schulte: „Es hätte keinen besser treffen können. Sie ist nicht so extrovertiert, aber das, was sie sonst ins Wasser bringt, kann sie jetzt als Fahnenträgerin zeigen.“

Zwei früheren deutschen Behindertensportlerinnen – Rudererin Monika Tampe und Goalballspielerin Cornelia Dietz – war schon am Nachmittag die Ehre zuteil geworden, die paralympische Fackel für einige hundert Meter durch London zu tragen.

Angie bleibt daheim, hat aber eine Botschaft

Als Einstimmung auf das weltgrößte Behindertensportfest erhielten die Athleten eine Botschaft von Angela Merkel. „Ich kann Menschen mit Behinderung nur ermutigen, sich politisch zu engagieren. Es gibt aber leider in unserem Leben insgesamt immer noch zu viele Barrieren, die wir beseitigen müssen, auch wenn wir dabei Fortschritte machen“, sagte die Bundeskanzlerin der „Paralympics Zeitung“, einer Sonderbeilage von „Tagesspiegel“, „Zeit“ und „Handelsblatt“.

Die Themse-Metropole feiert in diesem Sommer nicht nur die größten Spiele der Geschichte, sondern auch die Rückkehr der Paralympics auf die Insel. 1948 fanden in Stoke Mandeville die ersten Wettbewerbe für Behinderte statt. Als Gründervater gilt der deutsche Arzt Ludwig Guttmann.

(Manuel Schwarz/Britta Körber/dpa/RP)


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