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Die zwei deutschen Gesichter bei der Rollstuhlbasketball-WM

Hamburg

Die zwei deutschen Gesichter bei der Rollstuhlbasketball-WM

Herren droht nach Niederlage gegen Kanada das Aus im Achtelfinale – Damen eilen hingegen souverän von Sieg zu Sieg.

Center Alex Halosuki (l.) in der Defensearbeit gegen den an diesem Tag nicht zu stoppenden Kanadier Nic Goncin. (Foto: Uli Gasper)

Center Alex Halosuki (l.) in der Defensearbeit gegen den an diesem Tag nicht zu stoppenden Kanadier Nic Goncin. (Foto: Uli Gasper)

Die deutschen Herren haben auch das dritte und letzte Spiel der Gruppenphase bei den Weltmeisterschaften in Hamburg verloren. Gegen treffsichere Kanadier hatte das Team Germany kein probates Mittel zu Hand und musste sich am frühen Sonntagabend mit 61:78 (14:13/31:37/45:56) erneut geschlagen geben, nachdem man gestern gegen Iran verloren hatte. Bester Werfer für die deutschen Farbe war Center Alex Halouski mit 12 Punkten.

Die Zuschauer in der edel-optic.de Arena sahen von Beginn an eine muntere Partie, in die das Team aus Kanada den besseren Einstand erwischte. Doch beim Stand von 5:11 (Min. 5) aus deutscher Sicht brachte Nicolai Zeltinger mit der Einwechslung von Andre Bienek etwas mehr Schwung in die deutsche Offensive. So wandelte sich der erste Rückstand schnell in eine 12:11 Führung (Min. 8), mit der das Team Germany in die erste Viertelpause rollte (14:13). Mit Beginn der zweiten zehn Minuten waren es nun die deutschen Herren, die den Ton angaben und über das 22:18 (Min. 15) ihre Führung erstmal ausbauten. Dann nahmen jedoch mit Ende des zweiten Viertels die Scharfschützen der Kanadier an Fahrt auf und brachten ihre Farben wieder in Front. Doch die deutschen Herren blieben dran, sahen sich aber zum Pausentee beim Stand von 31:37 dennoch einem 6 Punkte-Rückstand gegenüber.

Zurück auf dem Parkett schraubte sich der Rückstand mit dem 31:41 (Min. 21) erstmals zweistellig in die Höhe. Dieser sollte sich bis zu Beginn des vierten und letzten Viertels konstant halten. Immer weniger trugen die offensiven Bemühungen der deutschen Herren Früchte, und so schien beim Stand von 51:68 (Min. 35) bereits die Entscheidung gefallen. Daran sollte sich auch in den letzten Minuten der Partie nichts mehr grundlegend ändern. Mit 61:78 muss man auch das zweite von bislang insgesamt drei Spielen verloren geben.

„Wir hatten uns viel vorgenommen für heute. Leider muss ich attestieren, dass Kanada verdient gewonnen hat. Wir haben versucht, ihre Schützen aus dem Spiel zu nehmen. Bei Anderson ist uns das noch einigermaßen gelungen. Aber Nic Goncin hat uns sehr weh getan. Und auch der Rest des Team Kanada hat einen guten Job gemacht. Unsere Trefferquote an sich war ok, aber wir haben zu wenige Chancen bekommen. Das ist jetzt eine schwierige Situation für uns. Wir werden als Crossover Gegner entweder auf die USA oder GB treffen. Wir haben jetzt einen Tag Pause und dann müssen wir unser bestes Spiel bringen“, resümiert Nicolai Zeltinger nach dem Schlusspfiff.

Auf wen die deutschen Herren am Dienstag (21.08.2018) im Achtelfinale der Weltmeisterschaft treffen, entscheidet sich in der Abendpartie zwischen den beiden besagten Mannschaften, USA und Großbritannien.

Deutschland: Aliaksandr Halouski (12), Jan Gans (11), Andre Bienek (10), Jan Haller (10), Thomas Böhme (8), Nico Dreimüller (5), Kai Möller (3), Christopher Huber (2), Matthias Güntner, Phillip Schorp, Jan Sadler, Frank Oehme

Kanada: Nikola Goncin, Ben Moronchuk, Robert Hedges, Vincent Dallaire, Colin Higgins, Garrett Ostepchuk, Lee Melymick, Chad Chassmen, Patrick Anderson, Jonathan Vermette, Tyler Miller, David Eng

Taktisch perfekt eingestellte Damen holen nächsten Sieg – 70:56 Erfolg über die USA

Johanna Welin mit starker Defense gegen Rose Hollermann. (Foto: Uli Gasper)

Johanna Welin mit starker Defense gegen Rose Hollermann. (Foto: Uli Gasper)

Den Damen des Team Germany ist dagegen am vierten Tag der Rollstuhlbasketball-WM in Hamburg ein taktisch perfektes Spiel geglückt. Gegen den amtierenden Paralympics-Sieger aus den USA rollen die ING DiBa Korbjägerinnen einen ungefährdeten 70:56 (17:9/41:18/52:34)-Erfolg ein und knüpfen damit nahtlos an die bisher gezeigte souveräne Leistung an. Einmal mehr nicht zu stoppen war an diesem Tag das Center Duo um Marina Mohnen und Mareike Miller, die zusammen 47 der insgesamt 70 erzielten Punkte beisteuerten.

Gegen die im Vergleich zum Finale von Rio 2016 fast komplett neu formatierten Amerikanerinnen behielten die deutschen Damen ab Minute 1 der Partie die Oberhand und gingen schnell mit 4:0 (Min. 1) in Führung. Über das 10:5 (Min. 6) verschafften sie sich mit dem 17:9 bis zum Ende des 1. Viertels bereits ein wenig Luft. Mit Beginn der zweiten zehn Minuten lag das Team Germany dann auch erstmals zweistellig mit 10 Punkten zum 21:11 (Min. 12) in Front. Der Vorsprung sollte nun peu à peu wachsen, agierten die deutschen Damen defensiv stark und wussten auch in der Offense souverän zu überzeugen. Vor allem Marina Mohnen war nicht stoppen und markierte bereits in Halbzeit eins 18 der bis dato erzielten 41 Punkte. Aber auch die Lowpointer wusste das Team von Martin Otto unter dem Korb immer wieder schön in Szene zu setzen. So ging es mit einer deutlichen 23-Punkte-Führung beim Stand von 41:18 in die Halbzeitpause.

Steuerte 20 Punkte zum Sieg der deutschen Damen bei: Centerin Mareike Miller. (Foto: Uli Gasper)

Steuerte 20 Punkte zum Sieg der deutschen Damen bei: Centerin Mareike Miller. (Foto: Uli Gasper)

Mit dem Schwung aus Halbzeit eins agierten die deutschen Damen auch im zweiten Durchgang munter weiter. Zwar erwischte die USA mit einem 8:2 Lauf zum 43:26 (Min. 23) zunächst den besseren Einstand. Doch das Team Germany ließ sich davon nicht beirren und fand schnell zurück zu seinem Spiel. Sowohl die Defense als auch die Offense der deutschen Damen funktionierte wie ein Uhrwerk. Mit einem konstanten Vorsprung von 20 Punkten (48:28 Min 27) im Rücken fuhr man die Partie dann schlussendlich mit 70:56 souverän nach Hause.

„Unsere Taktik ist voll aufgegangen. Wir wollten vor allem gegen die starken Werfer direkt an den Stuhl gehen und das haben wir geschafft. Unsere Rotationen haben zudem gut funktioniert. Dementsprechend haben wir dann auch unsere Angriffe gespielt. Unglaublich Marina Mohnen, die uns gerade am Anfang viel Sicherheit gegeben hat. Auch Mareike ist dann gut ins Spiel gekommen. Unsere Lowpointer haben zudem ihre Würfe getroffen. Ich denke so sind wir ein Team, das sehr schwer zu stoppen sein wird. Ich bin sehr happy, dass wir eine solche Performance bei so einem Spiel abliefern konnten“, zieht ein glücklicher Martin Otto Bilanz.

Damit bleiben die deutschen Damen auch im vierten Spiel der Gruppenphase bei der Weltmeisterschaft ungeschlagen. Nach einer zweitägigen Verschnaufpause geht es am kommenden Mittwoch Vormittag in das letzte Spiel der Vorrunde gegen die Damen aus China.

Deutschland: Marina Mohnen (27/1 Dreier), Mareike Miller (20), Maya Lindholm (6), Laura Fürst (6), Annabel Breuer (6), Anne Patzwald (5), Katharina Lang, Barbara Groß, Johanna Welin, Svenja Mayer, Catharina Weiß

USA: Alejandra Ibanez, Josie Aslakson, Morgan Wood (30), Riley Ljungdahl, Rose Hollermann (9), Kaitlyn Eaton, Abby Dunkin (6), Lindsey Zurbrugg (10), Emily Oberst (1), Shelby Gruss, Bailey Moody, Ixhelt Gonzalez

(tf)

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