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„Durch Gebärdensprache gehört jeder ganz natürlich dazu!“

Für gehörlose und schwerhörige Menschen

„Durch Gebärdensprache gehört jeder ganz natürlich dazu!“

Worum es beim Internationalen Tag der Gebärdensprachen und der Internationalen Woche der Gehörlosen vom 23. bis 30. September 2018 geht.

Hier proben Gerhörlose und Hörende zusammen kölsche Lieder: Ella vom Chor „Jecke Öhrcher“ übt ein Karnevalslied im kölschen Dialekt mit Gebärdensprache. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Hier proben Gerhörlose und Hörende zusammen kölsche Lieder: Ella vom Chor „Jecke Öhrcher“ übt ein Karnevalslied im kölschen Dialekt mit Gebärdensprache. (Foto: Oliver Berg/dpa)

Der Weltverband der Gehörlosen (WFD) wurde 1951 in Rom, Italien gegründet und ist eine internationale Non-Profit- und Nichtregierungsorganisation mit 135 nationalen Gehörlosenverbänden, die schätzungsweise 70 Millionen gehörlose Menschen und ihre Menschenrechte weltweit vertritt.

Zum ersten Mal wurde eine Initiative des WFD, und zwar die Internationale Woche der Gehörlosen, im Jahr 1958 in Rom, Italien durchgeführt, um auf die Situation der gehörlosen Menschen aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für Gebärdensprache zu erhöhen.

Historischer Kongress im September 1951

Die Internationale Woche der Gehörlosen wird jährlich durch verschiedene Aktivitäten der jeweiligen Gehörlosengemeinschaften in der letzten vollen Septemberwoche weltweit veranstaltet, und zwar in Erinnerung an den ersten Weltkongress des WFD 1951 in Rom, der im gleichen Monat abgehalten wurde.

In Deutschland wird der Tag der Gehörlosen seit den späten 1970er-Jahren veranstaltet, sowohl vom Deutschen Gehörlosen-Bund als auch von Landesverbänden der Gehörlosen. Diese Aktivitäten brauchen die Partizipation und Beteiligung verschiedener Akteure, zu denen Familien, Peers, staatliche Einrichtungen, professionelle Dolmetscher für Gebärdensprache und Organisationen von Menschen mit Behinderungen gehören.

Der Internationale Tag der Gebärdensprachen wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen. Er wird vom 23. September 2018 an jährlich gefeiert, um den Status der Gebärdensprachen und die Rechte von gehörlosen Menschen zu fördern und zu schützen. „Durch Gebärdensprache gehört jeder ganz natürlich dazu!“ lautet dieses Jahr das Motto.

Eigenständige Sprache

Seit dem 1. Mai 2002 ist mit dem Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) die Deutsche Gebärdensprache (DGS) als eigenständige Sprache anerkannt. Ebenso wurde an diesem Tag das Recht auf die Verwendung von Gebärdensprache und anderen Kommunikationshilfen im Sozial- und Verwaltungsrecht statuiert. Die Gebärdensprache ist jedoch bis heute nicht im Sinne der Europäischen Charta als Regional- oder Minderheitensprache in allen Lebensbereichen anerkannt.

Der Deutsche Gehörlosen-Bund e. V. strebt an, dass die Deutsche Gebärdensprache als Minderheitensprache im Sinne der Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen anerkannt wird.
Die gemeinsamen Ziele des Internationalen Tages der Gebärdensprachen und der Internationalen Woche der Gehörlosen 2018 sind:
• auf so viele Regierungen wie möglich zuzugehen und Einfluss auszuüben, damit die Verpflichtungen zur Förderung des Status der Gebärdensprachen und des sprachlichen Menschenrechts von Gehörlosen gesetzlich umgesetzt werden,
• die Gebärdensprache als Mehrsprachigkeit und die Gehörlosenkultur als sprachliche und kulturelle Vielfalt weltweit zu fördern, zu schützen und zu erhalten,
• deutlich und bewusst zu machen, dass die Gebärdensprachen vollwertige natürliche Sprachen sind, während sie sich strukturell von den gesprochenen Sprachen unterscheiden, neben welchen sie koexistieren, und dass Gebärdensprachen und gesprochene Sprachen gleichwertig sind,
• zu betonen, dass die Gebärdensprache für gehörlose Menschen eine wichtige Voraussetzung für die volle Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft ist,
• klar zu machen, dass ein frühzeitiger Zugang zur Gebärdensprache und zu Dienstleistungen, die in Gebärdensprache angeboten werden, entscheidend für das Heranwachsen und die Entwicklung der gehörlosen Person ist, genauso wie für die Erreichung der international vereinbarten Nachhaltigkeitsziele,
• darauf zu drängen, dass das Prinzip „Nichts über uns ohne uns“ bei der politischen Arbeit mit dem Deutschen Gehörlosen-Bund und seinen Mitgliedsverbänden berücksichtigt und integriert wird.
Über 12.400 Personen haben bisher die Petition „Gebärdensprache umsetzen! Bilingual – bimodal – endlich normal!“ von Magdalena Stenzel unter www.openpetition.de/!gehoerlosekinder unterschrieben.
Das Kampagnenmaterial zur Internationale Woche der Gehörlosen 2018 ist unter folgendem Link als Download verfügbar: https://wfdeaf.org/idsl2018/

(RP/PM/DGB)

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