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Ein Betrüger zu Mandelas Abschied

Ausland

Ein Betrüger zu Mandelas Abschied

Empörung über unfähigen Gebärdensprachdolmetscher bei Trauerfeier in Johannesburg.

Empörung über unfähigen Gebärdensprachdolmetscher bei Trauerfeier in Johannesburg.

Ein offensichtlich unfähiger Gebärdensprachdolmetscher bei der Rede von US-Präsident Barack Obama hat auf der Trauerfeier zu Ehren von Nelson Mandela für Empörung gesorgt.

naomi.jansevanvuurenDer von der südafrikanischen Regierung angeheuerte Mann habe bei dem Einsatz am Dienstag immer nur die gleichen vier oder fünf Gebärden wiederholt und wild mit den Armen gerudert, sagte die Gebärdensprachlehrerin Naomi Janse van Vuuren (Foto). „Er ist ein Betrüger. Er hat ganz sicher nicht übersetzt, was der Redner sagte.“

Der Chef der südafrikanischen Gehörlosenvereinigung, Bruno Druchen, sprach am Mittwoch von einer „Verhöhnung der Sprache“. Der ihm unbekannte Dolmetscher habe etwa nicht die bekannten Gebärden für Mandela oder Präsident Jacob Zuma verwendet. Außerdem habe er keine Miene verzogen. Körpersprache ist für das Verständnis der Gebärdensprache unerlässlich. Gehörlose Menschen in Südafrika konnten deshalb an diesem wichtigen Ereignis nicht teilhaben.

„Er hat einfach nur herumgestikuliert“, sagte auch Delphin Hlungwane, eine Dolmetscherin der DeafSA. „Er hat weder grammatikalische Regeln noch die Struktur der Sprache befolgt.“ Er habe die Zeichen schlichtweg erfunden. Der Mann habe nicht einmal die Grundlagen richtig gemacht. „Er konnte noch nicht einmal ,danke‘ sagen.“

Der dilettantische Gebärdensprachdolmetscher gehörte zu einer Reihe von Pannen bei der zentralen Trauerfeier um die nationale Ikone Mandela. „Unwürdig“, „peinlich“, „demütigend“ – so lauteten die häufigsten Reaktionen in Südafrika nach den Missklängen. Vor den Augen der Mächtigen der Welt und den Kameras der internationalen Medien musste sich Südafrikas Präsident Jacob Zuma von tausenden Zuschauern ausbuhen und auspfeifen lassen. Zum Ende der Feier war das prächtige FNB-Stadion bis auf die Ehrentribünen beschämend spärlich gefüllt.

(RP/dpa)


Der dilettantische Gebärdensprachdolmetscher ist angeblich schizophren »

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1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Gastqwertzu

    11. Dezember 2013 um 19:49

    Ist auch diese Geschichte ein Erbe der „apartheid“?
    Hintergründe dazu: (englisch)
    Is South Africa’s ‘fake’ sign language interpreter a legacy of apartheid?
    http://www.washingtonpost.com/blogs/worldviews/wp/2013/12/11/is-south-africas-fake-sign-language-interpreter-a-legacy-of-apartheid/

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