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Negativpreis „Glitzerkrücke“ für die bayerische Regierung

Bayern

Negativpreis „Glitzerkrücke“ für die bayerische Regierung

Bündnis „behindert und verrückt feiern“ kritisiert, dass Menschen mit Behinderung oder psychiatrischen Diagnosen in Frage gestellt werden.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, CSU (Archivfoto: J. Patrick Fischer, CC BY-SA 3.0)

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, CSU (Archivfoto: J. Patrick Fischer, CC BY-SA 3.0)

„leise und laut – solidarisch und proud“ – unter diesem Motto bewegte sich am vergangenen Samstagnachmittag in Berlin die fünfte „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade durch die Straßen von Neukölln und Kreuzberg. Mit der Demonstration protestieren Menschen mit Behinderungen und psychiatrischen Diagnosen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung.

Zugleich wollen sie sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der Öffentlichkeit zeigen. Das Bündnis „behindert und verrückt feiern“ schrieb dazu:

„Behinderte Menschen und Menschen mit psychiatrischen Diagnosen werden verunsichert und verängstigt. Sie sollen nicht in Frage stellen, dass die Gesellschaft ihnen schlechtere Lebensbedingungen zugesteht als den meisten anderen Menschen.“

Nach Schätzung des Bündnisses beteiligten sich etwa 1200 Menschen an der Demonstration.

Auch AfD und Paypal für „Glitzerkrücke“ nominiert

Auf der Abschlusskundgebung am Kottbusser Tor bestimmten die Teilnehmenden die bayerische Staatsregierung zum Gewinner des Negativpreises „Glitzerkrücke“. Ein Entwurf der bayerischen Regierung für ein Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz hatte vorgesehen, die Anforderungen für zwangsweise Unterbringungen in der Psychiatrie stark zu reduzieren und eine zentrale Unterbringungsdatei anzulegen.

Nominiert waren auch die AfD-Bundestagsfraktion und der Bezahldienst PayPal. Mehrere AfD-Abgeordnete hatten in einer parlamentarischen Anfrage im März nach einem Zusammenhang von Behinderungen, Verwandtenehen und Migrationshintergrund gefragt. PayPal hatte im Frühjahr eine Werbekampagne mit dem Motto „Verrückt? Nur wenn man nicht mit PayPal bezahlt“ gestartet.

Die erste „behindert und verrückt feiern“ Pride Parade fand 2013 statt. Seitdem wird die Demonstration von einem Bündnis aus behindertenpolitischen, psychiatriekritischen, queeren* und feministischen Gruppen und Einzelpersonen ausgerichtet.

Die Pride Parade 2018 in Berlin (Foto: Vivien Cahn)

Die Pride Parade 2018 in Berlin (Foto: Vivien Cahn)

Botschaft auf der Parade. (Foto: Vivien Cahn)

Botschaft auf der Parade. (Foto: Vivien Cahn)

(RP/PM)

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