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Zum Tode von Horst Strohkendl, der 40 Jahre lang einer der Visionäre des Rollstuhl- und Rehasports war.

Horst Strohkendl {†) (Undatierte Archivaufnahme: RBB Köln 99ers)

Horst Strohkendl {†) (Undatierte Archivaufnahme: RBB Köln 99ers)

Mit Dr. Horst Strohkendl ist ein langjähriger Freund, Wegbegleiter, Pionier und Visionär des Rollstuhlsports unerwartet verstorben. Er wurde 76 Jahre alt. Strohkendl hat wie kaum ein anderer für den Rollstuhlsport mit Leidenschaft und Herzblut vieles bewegt.

„Er gehört zu den Pionieren des deutschen Rollstuhlsports und hat diesen in seiner rund vierzigjährigen Tätigkeit beim Deutschen Rollstuhl-Sportverband maßgeblich geprägt. Die von ihm konzipierten Rollstuhl- und Mobilitätstrainingskurse sind nach wie vor fester Bestandteil in der Rollstuhlversorgung von Kindern und Erwachsenen“,

würdigt der Deutsche Behindertensportverband in seinem Nachruf die Verdienste von Strohkendl.

Das funktionale Klassifizierungssystem stammt aus seiner Feder und ist heute noch weltweit die Grundlage für den inklusiven Sport. Nachdem Strohkendl dem Rollstuhlbasketball entscheidende Impulse gegeben hatte, widmete er sich mit derselben Leidenschaft dem in Deutschland bis dahin nicht sehr bekannten Rollstuhlrugby. Er war es, der Anfang der 90er Jahre ein englisches Team nach Deutschland einlud, um hierzulande die Sportart vorzustellen. Besonders für Tetraplegiker eröffneten sich dadurch neue sportliche Möglichkeiten. Rund um Heidelberg etablierte sich die erste deutsche Mannschaft, und Rollstuhlrugby bekam auch in Deutschland einen organisatorischen Rahmen. Im Verband legte er viele Grundlagen für das heutige Lehrwesen und die Fortbildungsmaßnahmen.

Herzensangelegenheiten Frischverletzte und Kinder

Stets lagen ihm die Frischverletzten besonders am Herzen und unzählige Menschen verdanken dem persönlichen und meist ehrenamtlichen Einsatz von Strohkendl ihre erfolgreiche körperliche und psychische Rehabilitation. Er besaß eine besondere Gabe, Menschen zum aktiven Leben zu motivieren.

Ein weiteres Herzensanliegen von Strohkendl war auch schon immer der Kinder- und Jugendsport, sei es beim Schwimmen oder im Rahmen der von ihm konzipierten Rollstuhl- und Mobilitätstrainingskurse. Kein Teilnehmer seiner Übungsstunden verließ die Halle ohne ein Erfolgserlebnis.

Als Dozent an der Universität Köln begeisterte er unzählige Studenten und Studentinnen für den Rollstuhlsport, von denen viele nun seit Jahren in den vielen Vereinen des Behindertensports engagiert sind. Mit seiner unnachahmlichen Hingabe war er Wegbereiter für den heutigen inklusiven Ansatz insbesondere im Rollstuhlbasketball.

Horst Strohkendl verstarb am 19. August 2018.

(RP/RBB Köln 99ers)

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